Aurum muriaticum oder die Heilung des Heiligen
Zusammenfassung und Erläuterungen
zu einer Arzneimittel-Begegnung
Olaf Posdzech
Der Stoff
Aurum muriaticum in Medizin und Naturheilkunde
Schwerpunkte der vorliegenden Prüfung
(Verreibung)
Verständnis als Salz
Heilung
Bezüge zu anderen Arzneimitteln
Quellenangaben
Der Stoff
Abbildung 1: The Alchemist‘s search of the philosophers stone
(Joseph Wright of Derby, 1771)
Zitternd vor Müdigkeit und Erschöpfung griff
die Hand des Alchemisten nach der dampfenden Phiole mit dem Merkur Der
Weisen oder – wie er den Stoff wegen seiner klärenden,
besänftigenden Qualität auch nannte – der Weißen
Jungfrau. Mit der anderen Hand nahm er die Schale mit dem Sediment,
welches aus dem Königswasser mit dem aufgelösten Gold
zurückgeblieben war. Er schüttete es in die Phiole.
Die Luft roch schwer und beißend und sie legte sich wie ein
öliger, ätzender Film auf seine Bronchien. Im flackernden
Schein der Öllampen sah man, dass der Mann aufgeregt war. Sein
Herz raste. Er war besessen von dem Ziel, das Große Werk zu
vollbringen, ihn endlich zugewinnen – den Stein der Weisen, von
dem die geheimen Bücher berichteten. Dies würde der Stoff
sein, der den Menschen wieder vereinen würde mit dem Licht, wieder
vereinen würde mit Gott, der sich in diesen dunklen Tagen
völlig aus der Welt zurückgezogen haben schien. Die Erde
schrie nach Gott! Krankheit, Verwüstung, Raffsucht und finstere
Kriege hatten aus der Erde ein Jammertal gemacht. Und er wusste, es
würde vergebens sein, Gott mit sehnenden Worten anzuflehen, er
möge sich dieser gefallenen Welt noch einmal annehmen. So mochten
es der Pöbel und einige der besser gestellten frommen Herren noch
immer tun. Nein! Gott musste gezwungen werden durch die Magie, musste
vereint werden mit der Substanz – denn nur in Form einer Substanz
konnte Gott dem Erd-Element wieder einverleibt werden.
Diesen Drang, die Welt zu heilen von ihrem rohen Wesen, hatte er schon
als junger Mann in sich verspürt. Nach Jahren des Meditierens als
Pilgerer und Wanderpriester wurde ihm klar – die Heilung dieser
Welt kann nur eine alchemistische sein! Das Rufen nach Gott
genügte nicht mehr. Es verhallte ungehört in der Welt. So
begann er zu forschen, lernte bei Apothekern und Quacksalbern. Bald
konnte er sich durch manch hülfreiche Tinktur, welche er an die
reicheren Herren verkaufte, ein Zubrot verdienen, mit dem er sein
besessenes Suchen und Forschen finanzieren konnte. In der Stille der
Nacht beim Schein von Fackel und Öllampen saß er, las,
rührte, kochte, pulverisierte und verdampfte. Nebulös und
vieldeutig waren die Andeutungen in den Texten seiner Vorgänger.
Hatte schon einer von ihnen den Stein der Weisen wirklich gefunden?
Oder hatten sie alle vergebens bis ans Ende ihrer Tage gesucht? Der
Göttliche Geist – das schien allen sicher – war im
teuersten aller Stoffe, dem gelbglänzenden Aurum gebunden. Doch
dieses Material – so weich und formbar es auch war – schien
von unglaublicher Beständigkeit und Widerstandsfähigkeit
gegen alles Versuche, es in seiner Struktur aufzuschließen.
Nichts griff es an. Nichts konnte es in seiner Konsistenz
erschüttern. Der Geist Gottes schien wie versiegelt. Seit Jahren
liefen alle seine Versuche darauf hinaus, einen Weg zu finden, das
unangreifbare Gold lösbar zu machen. Es musste einem
alchemistischen Verwandlungsprozess unterzogen werden, an dessen Ende
es schließlich wie befreit vorläge, bereit sich mit allen
möglichen anderen Stoffen auf friedliche Art zu verbinden. Dann
endlich könnte es Gottes heilsame Wirkung in den menschlichen
Körper bringen.
Wir wissen nicht, ob es sich genau so zugetragen hat.
Doch wahrscheinlich ist jener Alchemist, von dem wir eben hörten,
in dieser Nacht an seinem Ziel angelangt – und er hat damit
zugleich jenen Stoff kreiert, der das Gegenprinzip seines Sehnens nach
Gott in sich tragen wird
Als ich für diese Zusammenfassung zu unser Aurum
muriaticum-Initiation begann, über die Signatur des Stoffes zu
forschen, war ich enttäuscht. In den wenigen bekannten
Anwendungsgebieten konnte ich keine Parallelen erkennen zwischen dem
homöopathischen Arzneimittelbild und der Signatur, die mir in der
chemischen Substanz entgegen trat. Ich war ratlos und verwundert.
Freilich war mir bei meiner Recherche aufgefallen, dass Goldchlorid vor
allem im Zusammenhang mit alchemistischen Prozeduren häufiger wie
beiläufig erwähnt wird. Aleister Crowley beschreibt die
Herstellung von Goldchlorid z.B. in der Fußnote zu einem seiner
zentralen Postulate. ("Wünsche ich, eine Unze Goldchlorid
herzustellen. Muß ich die richtige Art Säure,
Königswasser und keine andere, in genügender Menge und von
angemessener Stärke nehmen und sie in ein Gefäß geben,
das weder bricht, leckt noch verätzt, in solcher Weise, wie es
keine unerwünschten Ergebnisse hervorbringt, zusammen mit der
notwendigen Menge Gold: und so weiter. Jede Veränderung hat ihre
eigenen Bedingungen.")[1] Auch der schlafende Seher Edgar Cayce hat
Goldchlorid in seinen Readings erwähnt. Da ich mit alchemistischer
Denkweise nicht sehr vertraut bin, war mir zuerst verborgen, warum
ausgerechnet Goldchlorid eine der wichtigsten Substanzen in der alten
Alchemie sein sollte.
Das Begreifen kam schlagartig, als ich eine Abhandlung über den
chemisch-symbolischen Hintergrund des Steines der Weisen las.[2] Erst
konnte ich gar nicht glauben, dass ausgerechnet das simple Salz
Goldchlorid dieser Stein der Weisen gewesen sein soll, den so viele
gesucht und so wenige gefunden haben. Dann erlebte ich plötzlich
wie in einem Aufblitzen einen inneren Traum: Ich sah den alten
Alchemisten in seinem Labor, ich verstand sein wahres Verlangen
und den wahren Grund, diesen Stein der Weisen zu erzeugen. Ich
verstand, dass im Ziel dieses Verlangens die Signatur von Aurum
muriaticum steckt. Und ich war schließlich
entsetzt/verblüfft, dass jener Alchemist im Erfüllen dieses
Verlangens ausgerechnet den Stoff hergestellt haben würde, der all
sein Wollen um eine Wiedervereinigung mit der göttlichen Liebe zu
einem Nichts auflösen würde!
Was hat es mit dem Stein der Weisen und dem Elixier des
Lebens auf sich? Paul Joseph Rovelli gibt dazu mit Verweis auf Stuart
Nettleton folgende Darstellung [2]: Den ersten überlieferten Stein
der Weisen stellte Melchizedek vor mehr als 1000 Jahren aus dem Wasser
des Toten Meeres her. (Die Salze in diesem Meer boten sich dazu an,
weil ihnen die berüchtigten giftigen Schwermetallausfällungen
fehlen.) Stuart Nettleton erzeugte seinen eigenen Stein der Weisen,
indem er Wasser aus dem Toten Meer erhitzte, es mit Natriumhydroxid
filterte, wobei er eine Ausfällung mit einem pH-Wert von etwa 8,5
erhielt. Er goss das Salzwasser ab und wusch die Ausfällung
mehrere Male mit destilliertem Wasser. Das fertige Produkt, welches
sich auf dem Boden seines Kristall-Weinglases abgesetzt hatte, soll aus
ungefähr 70% Gold und 30% Magnesiumhydroxid (Magnesiummilch)
bestanden haben. Dieses spezielle Gold, so erklärte er,
könnte isoliert werden, indem man den Rückstand zu einem
Pulver austrocknen lässt und dieses dann mit Salzsäure
versetzt. Was dann übrig blieb, nannte er "Manna" bzw. den "Stein
der Weisen".
Die oben beschriebene Art der Herstellung des Steines
der Weisen unterscheidet sich grundsätzlich von dem Weg, welchen
die alten Alchemisten als "Das Große Werk" bezeichneten. Sie
gingen nämlich das Ziel genau vom entgegengesetzten Ende an, indem
sie versuchten, unlösbares metallisches Gold in den Stein der
Weisen umzuwandeln. Von diesem Ansatz her musste das Gold in eine
Lösung überführt werden, wobei das Problem auftauchte,
den Stickstoff wieder zu entfernen, der als Nebenprodukt der
Auflösung in Königswasser darin enthalten war. Wir
müssen uns vor Augen führen, dass all diese alchemistischen
Wandlungsprozesse zu einer Zeit aufgeschrieben wurden, als
überhaupt noch keine Vorstellungen vom wahren Charakter chemischer
Prozesse vorhanden waren. Viele Begriffe in den alten Büchern, die
uns heute mythisch verklärend und nebulös erscheinen
resultieren einfach nur daher, dass die entstehenden unbekannten
Substanzen mit einem Namen benannt werden mussten, der irgendwie ihrem
Wesen gerecht wurde. Nettleton entschlüsselte diese Begriffe und
beschreibt den Prozess wie folgt: Aus Urin, Dung oder Knochen wurde
Ammonium ("Materia mundi") destilliert und zu Ammoniumchlorid
umgewandelt. Dieses wiederum wurde mit Kaliumnitrat zur Reaktion
gebracht, so dass Salpetersäure entstand. Diese war das
"Geheimnisvolle Feuer", das in so vielen Rezepten auftauchte und von
späteren Forschern nicht entschlüsselt werden konnte. Die
alten Spagyriker, denen die wahre Natur einer Säure noch unbekannt
war, werden über dieses geheimnisvolle "Feuerwasser" sicher
erstaunt gewesen sein. Aber auch mit der gewaltigen Kraft dieser
Flüssigkeit ließ sich die Königin der Metalle noch
nicht lösen. Wie viele Versuche wird es gebraucht haben, um den
Schlüssel zu finden? Erst eine Mischung mit Salzsäure (also
die Kombination aus oxidierender und nichtoxidierender Säure) war
in der Lage, das Gold zu bezwingen. Diese Mischung nannten die
Alchemisten aus diesem Grunde "Königswasser" (Aqua Regia).
Daraus musste jedoch der Stickstoff wieder entfernt
werden, was schließlich mit Hilfe von "Antimonium" (das Wort
bedeutet auch "Widerspruch") gelang. Diese Substanz stammte aus
verschiedenen Quellen, die sich auf die "Prima Materia" beziehen. Eine
davon war ein Mineral aus Bleioxid, "Gallena" genannt. Eine andere war
Zinnoxid, "Cassiterit" genannt. Dieses Antimon wurde auf die selbe
Weise mit Eisen geklärt, wie es auch heute noch industriell bei
seiner Gewinnung aus Antimon-Erz geschieht. In diesem Prozess wurde es
zu einem reinen, weißen Dampf, der einer "Weißen
Jungfräulichen Königin" ähnelte, der Mondgöttin,
und der deshalb "das Merkur der Weisen" genannt wurde. (Diese
"Weiße Jungfrau" der Alchemisten ist auf vielen bildlichen
Darstellungen zu sehen.)
Indem der Stickstoff auf diese Weise aus dem Reaktionsprodukt entfernt
wurde, konnte schließlich reines Goldchlorid erzeugt werden, dass
sich tatsächlich in Wasser lösen lässt, und das vom
menschlichen Körper aufgenommen werden kann. Dies endlich war das
"Elexier des Lebens", nach dem in der Antike so lange gesucht worden
war.[2]
Vielleicht haben wir jetzt eine Ahnung, warum die Arbeit
der Alchemisten so überaus mühsam und langwierig war. Ohne
die Möglichkeit der chemischen Beschreibung, ohne die
Möglichkeit der stöchiometrischen Berechnung mussten alle
Substanzen immer wieder durch neues Forschen und Probieren gewonnen und
im richtigen Verhältnis zur Reaktion gebracht werden.
Um den Sinn dieses Umwandlungsprozesses zu verstehen,
muss man wissen, dass normales metallisches Gold einen solch starken
Metallverbund zwischen seinen Atomen hat, dass es chemisch kaum zum
Reagieren gebracht werden kann. Demzufolge würde es auch bei der
Einnahme durch den Menschen den Körper wieder wie unberührt
verlassen. Das Ziel der alchemistischen und voralchemistischen Rituale
war aber, eine Form von Gold zu gewinnen, die vom menschlichen
Organismus absorbiert werden kann – so dass das Gold seine
spirituellen Transformationskräfte auf den menschlichen
Körper ausüben kann!
Wie unglaublich hellsichtig dieser Anspruch war wird klar, wenn man
erfährt, dass die moderne Wissenschaft erst um 1990 entdeckt hat,
dass Gold in zwei völlig unterschiedlichen Modifikationen
existiert (vergleichbar dem Diamanten und dem Graphit). Die Geschichte
dieser Entdeckung liest sich wie ein Wissenschaftskrimi, und
Interessenten seien auf die Darstellung in [6] verwiesen. Kurz gesagt
war es so, dass der Goldminer David Hudson sich wunderte, dass bei der
Goldgewinnung regelmäßig ein beträchtlicher Teil seines
Goldes im Restschlamm "verschwand". (Laut spektroskopischer
Untersuchung waren darin nur Eisen, Silizium und Aluminium enthalten.)
Es bedurfte einiger Zufälle und hartnäckiger Verbesserung der
Analysemethoden, bis sich heraus stellte, dass das Gold und andere
Platin-Metalle sehr wohl noch in diesem Schlamm enthalten waren. Als
David Hudson sie schließlich mit den bekannten chemischen
Verfahren daraus extrahieren lies, gewann er zu seiner
Überraschung Stoffe, die ein völlig anderes Aussehen und
Verhalten als die bekannten Metalle hatten. Es stellte sich heraus,
dass diese im Unterschied zu jenen in Form einzelner unverbundener
Atome vorlagen, während in herkömmlichen Edelmetallen immer
extrem starke Bindungskräfte zwischen Atomen vorliegen, die viele
ihrer metallischen Eigenschaften hervorrufen. David Hudson ließ
sich 1988 ein Patent für seine monoatomaren Elemente erteilen,
welche er ORMEs (Orbitally Re-arranged Monoatomic Elements) nannte.
(Eine interessante Fußnote dieser Geschichte ist, dass Hudson
Jahre später erfuhr, dass im Hebräischen der goldene Baum
des Lebens ORME-Baum genannt wird – was er zu jener Zeit
nicht wusste.) Das so gewonnene schneeweiße ORME-Gold- Pulver
habe völlig andere Eigenschaften. So verschwinde es unter dem
Sonnenlicht mit einem Aufblitzen, habe supraleitende Eigenschaften und
würde aus diesem Grunde im Erdmagnetfeld scheinbar einen Auftrieb
erfahren (es verliert 4/9 seines metallischen Gewichts, nimmt an
Gewicht aber wieder zu, wenn man es in metallisches Gold umwandelt). In
Wasser gelöst ergäbe dieses Gold eine gelantineartige
Substanz, die Ähnlichkeit mit Samen hätte(!).
Hudson, der nach eigenem Bekunden bis dahin keinerlei Interesse an
Alchemie hatte war sehr erstaunt, als ein Bekannter ihm in einem Buch
über Alchemie einen Absatz zeigte, in dem von einem weißen
Pulver berichtet wurde, dass sich aus Gold gewinnen ließe. Die
weiße Farbe deutet zudem darauf hin, dass monoatomares Gold alle
Wellenlängen des Lichtes reflektiert.
Hudson ist überzeugt davon, dass sein weißes ORME-Gold
supraleitende Eigenschaften hat, wodurch sich um jedes Partikel ein
sogenanntes Meißner-Feld aufbaut. Dieses Feld ist seiner Meinung
nach der Schlüssel um zu verstehen, auf welche Art Zellen im
Organismus miteinander kommunizieren können. Auch die menschliche
Aura sei nichts anderes als dieses Meißner-Feld um den Organismus
infolge der Supraleitung durch die eingebauten Edelmetall-Atome. Aus
diesem Gunde hofft Hudson, dass die Einnahme monoatomarer Platinmetalle
gestörte Kommunikation zwischen den Zellen wieder herstellen
könne und schließlich sogar (bei hinreichender Anreicherung
im Organismus) der Körper aus Raum und Zeit unser irdischen
Existenz austreten könne.
Nach diesem Exkurs in die Alchemie zurück auf den
Boden der schlichten stofflichen Tatsachen. Wie wird das Goldchlorid,
um das es in diesem Text geht, heute chemisch gewonnen? Der Prozess ist
im Grunde der selbe, wie oben bereits dargestellt. Metallisches Gold
wird in einer Mischung aus 3 Teilen konzentrierter Salzsäure (HCl)
und einem Teil Salpetersäure (HNO3) unter Bildung von
Tetrachlorogold(III)-säure aufgelöst (HAuCl4). Der
noch enthaltene Stickstoff kann entfernt werden, indem weiter
Salzsäure zugesetzt wird und das Gemisch solange zum Kochen
gebracht wird, wie gasförmiges NOCl entweicht. Das
Reaktionsprodukt Tetrachlorogoldsäure ist – wie man an der
Summenformel erkennt – im Prinzip eine Verbindung, die sowohl
Golchlorid als auch Salzsäure enthält. Manche Hersteller
bieten diese Mischung als "Goldchlorid" an. Durch Eindampfen gewinnt
man salzförmiges Gold(III)-chlorid AuCl 3.[9]
Der oben bereits erwähnte Erfinder des monoatomaren Goldes, David
Hudson, erklärt, monoatomares (alchemistisches) Goldchlorid sei in
der Lösung tannengrün gefärbt, während normales
kommerziell erhältliches Goldchlorid lediglich golden bis
hellgrün gefärbt sei (je nach Verdünnung), weil es im
Wesentlichen immer noch aus metallischen Goldhaufen bestände. Denn
selbst bei größter Sorgfalt könnte man normales
Goldchlorid höchstens auf eine chemische Grundstruktur
verkleinern, die immer noch zwei eng miteinander verbundene Metallatome
enthält (diatomic gold). Auf herkömmlichen Wege hergestelltes
Goldchlorid hätte also im besten Fall eine Summenformel von Au
2Cl6 . (Dieser Fakt ist inzwischen auch von der
akademischen Chemie bestätigt worden.[13]) David Hudson behauptet
sogar, dass bis zu 33 Goldatome miteinander verbunden bleiben
(Au33Cl99 ).[9]
Goldchlorid ist stark wasseranziehend und es zersetzt
sich bei Lichteinstrahlung. Das Salz gilt als geruchlos, es kann
aber (z.B. beim Erhitzen) Salzsäure und Chloride freisetzen,
welche einen stechenden Geruch haben. Wegen des teueren Ausgangsstoffes
Gold hat das Salz seinen Preis: Ein Gramm Goldchlorid kostet etwa 70
Euro (Fotobedarf). Angewendet wird es vor allem als Färbemittel in
der Fotografie, in der Histologie und in der Glas- und
Porzellanmalerei. Als Beispiel habe ich ein Rezept für einen
Goldtoner angegeben, wie er in der in der Fotografie angewendet wird.
Je nach Vorgehen bei der Tonung werden bei den Abzügen praktisch
unveränderte, neutralschwarze oder rötliche Bildtöne
erreicht. (Wenn ein vorher schwefelgetontes Bild in Goldtoner behandelt
wird, dann entsteht ein orange-rötlicher Bildton.) Goldgetonte
Bilder weisen eine außerordentlich hohe Resistenz
gegenüber Umweltweinflüssen auf (Haltbarkeit).
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Rezept für einen Goldtoner in der
Fotographie
Wasser 750 ml
Goldchlorid 0,5 g
Weinsäure 1,0 g
Thioharnstoff 5,0 g
Natriumsulfat sicc. 15 g
Das Wasser auf 1l auffüllen. Die
Goldtonung sollte etwa 10-30 Minuten dauern.
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Der deutsche Alchimist und Glasmacher Johann Kunckel,
der im 17. Jahrhundert in der Potsdamer Glasfabrik arbeitete, erfand
das Goldrubinglas, welches seine intensiv rote Färbung dem Zusatz
von Goldchlorid verdankt. Von der außergewöhnlichen Farbe
abgesehen waren Goldrubingläser früher sehr begehrt, weil man
ihnen eine verstärkende Wirkung heilender Elixiere zusprach.
Auch Elfenbein kann, nachdem es in einer Sodalösung von Fett
gereinigt wurde, mit einer Goldchlorid-Lösung purpurrot
gefärbt werden (dazu muss man es danach einige Zeit dem Licht
aussetzen).
Ein paar Worte noch zum spirituellen Aspekt von Gold,
der in diesem Text schon so häufig anklang. Jedem von uns ist
bekannt, dass Gold schon von Alters her immer einen besonderen Wert
darstellte. Aber wenige wissen, dass dieser Wert sich ursprünglich
nicht auf einen Tauschwert bezog, sondern dass damit tatsächlich
immer eine besondere spirituelle Bedeutung gemeint war.
Schon bei den ägyptischen Pharaonen, die sich als
Abkömmlinge des Sonnengottes betrachteten, galt Gold als
göttliches Metall. Gold war ein Mittel, um Unsterblichkeit zu
erlangen. Deshalb wurde ein verstorbener Pharao von Gold
umhüllt, bzw. die Grabkammer mit Gegenständen aus Gold und
Silber gefüllt. (Es ging dabei nicht darum, Reichtum oder Prunk zu
demonstrieren.) Als im Jahre 1922 das Grab Tutanchamuns ausgehoben
wurde, fanden die Forscher die Mumie des Pharaos von drei
Holzsärgen umgeben, wobei der innere aus massivem Gold bestand und
über 108 Kilogramm wog. In der Grabkammer fanden sich Streitwagen
aus Weißgold, goldene Ruhebetten, Statuen und Tutanchamuns
Thronsessel, der vollständig mit Goldblech überzogen war.
Die Diskrepanz zwischen heutigem materiellem Geld-Denken und der
ursprünglichen spirituellen Bewertung von Gold zeigte sich
besonders drastisch beim Einfall der Spanier in Lateinamerika. Der
spanische Eroberer Hernández Cortés landete im 16.
Jahrhundert in der Nähe des heutigen Vera Cruz an und er unterwarf
das Volk der Azteken. (Einer der Gründe für seinen schnellen
Sieg war der Umstand, dass er wegen seines Bartes und der weißen
Haut für den lange erwarteten Weißen Gott Quetzalcoatl
gehalten wurde.) Der Aztekenkönig Montezuma begrüßte
die Spanier mit Goldgeschenken, um sich mit ihnen gut zu stellen. Er
tat dies nicht, um diese zu bestechen (Gold hatte keinen Geldwert in
Lateinamerika), sondern um ihnen ein spirituelles
Friedensgeschenk zu machen. Er konnte nicht ahnen, dass er
ausgerechnet mit diesem Gold die Gier der Spanier nach mehr
anstachelte. Sie hielten Montezuma mit Lügen hin und ermordeten
schließlich ihn und seine Gefolgsleute bei einer günstigen
Gelegenheit. Außerdem verwüsteten sie die Aztekenhauptstadt
und verübten ein grausames Gemetzel unter der Bevölkerung.
Das gesamte Gold der Azteken wurde mit Schiffen nach Spanien
abtransportiert. Diese Geschichte wiederholte sich fast völlig
identisch bei der Ermordung des Inkakönigs Atahualpa durch den
spanischen Eroberer Pizarro im Jahre 1532. Auch hier brachten die Inkas
den Spaniern goldene Geschenke, welche in ihrer Kultur einen
spirituellen Wert besaßen. Sie begriffen nicht, warum die
spanischen Barbaren von diesem Gold wie besessen waren. Fassungslos
mussten sie zusehen, wie die heiligen Kultgegenstände zu Klumpen
eingeschmolzen und abtransportiert wurden.
Aurum muriaticum in Medizin und Naturheilkunde
Über die gesundheitlichen Auswirkungen von
Goldchlorid findet man widersprüchliche Aussagen. Allgemein gilt
der Stoff als noch wenig erforscht [11]. Durch den Chloranteil wirkt
das Salz reizend auf Augen, Atmungssystem, Schleimhäute und Haut.
Als mögliche Symptome werden genannt:
Inhalation:
-
ätzend, verursacht Reizungen und brennt
[12]
-
äußerst destruktiv auf die Gewebe der
Schleimhäute und des oberen Atmungstraktes. [11]
Verschlucken:
-
ätzend, gefährlich beim Verschlucken,
Auswirkungen sind nicht bekannt. [12]
Zielorgane:
-
Hoden, Nebenhoden, Samenleiter [11]
Die Verbindung von Goldchlorid und Salzsäure
(Tetrachlorgoldsäure) kann natürlich bei den oben genannten
Organen noch sehr viel schneller zu Verätzungen und
Gewebsschädigungen führen. Da wir nicht genau wissen, ob die
alten Homöopathen ihr Mittel eher aus dieser gemischten
Verbindung gewannen, möchte ich die hier zugehörigen
Symptome ergänzen. [10]
Einatmen:
-
Äußerst destruktiv auf die Gewebe der
Schleimhäute und des oberen Atmungstraktes.
-
brennende Empfindungen, Husten, Schnaufen, Laryngitis,
Kurzatmigkeit, Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen.
Hautkontakt:
-
ätzend
-
Symptome wie Rötung, Schmerz und starkes Brennen
sind möglich
Verschlucken:
-
ätzend
-
verschlucken kann zu ernsthaften Verbrennungen in Mund,
Rachen und Magen führen; kann einen wunden Rachen, Erbrechen und
Durchfall hervorrufen
DNS
-
die Substanz hat sich als mutagen erwiesen
Goldchlorid gilt als anerkanntes Berufs-Allergen. Es reizt die
Haut, und soll daher bei Berührung mit Wasser abgewaschen
werden.
In der Mikroskopie wird Goldchlorid zur
Färbung einer bestimmten Unterart der Langerhansschen
Inseln des Pankreas verwendet. Die sogenannten L. Zellen
("Epidermissternzellen") sind suprabasale, mit Goldchlorid
darstellbare, pigmentfreie DOPA-neg., ATPase-reiche, dendritische
Epidermiszellen.
In den "Mitteilungen des Biologischen Institutes am
Goetheanum" Nr. 1 (15) berichtet L. Kolisko, dass Rudolph Steiner sie
im Jahre 1923 aufgefordert hätte, Säfte aus Pflanzen zu
extrahieren, sie auf Filterpapier auftropfen zu lassen und die dabei
sich ergebenden Formen zu studieren. Hieraus entstand die
Steigbildmethode. Bei Sonnenfinsternissen könnten
beispielsweise an Steigbildern aus Gemischen von Silbernitrat- und
Goldchlorid Veränderungen abgelesen werden (zitiert nach
[8]).
Der schlafende Seher Edgar Cayce hat unter anderem in
seinen Visionen eine Vielzahl von Therapie-Empfehlungen für die
verschiedensten Krankheiten empfangen. Eine Anwendung, auf die er in
mehr als 1000 Readings zurückkam, ist die sogenannte "Wet
Cell". Sie soll über 150 verschiedene Leiden kurieren
können. Bei dieser Wet Cell handelt es sich im Grunde um eine Art
Batterie. Sie besteht aus einem großen Glas, welches mit einer
Mischung aus Kupfersulfat, Schwefelsäure, Zink, Holzkohle und
destilliertem Wasser gefüllt ist. Die beiden Elektroden bestehen
aus Kupfer und Nickel. Die Wet Cell erzeugt an diesen Elektroden eine
Gleichspannung von etwa 1,5 V. Über Kabel werden daran zwei
Platten befestigt, die ebenfalls aus Kupfer bzw. Nickel bestehen. Dem
Patienten wird die Nickel-Elektrode mit einer Art Gürtel so um die
Taille gelegt, dass der Nickel-Pol auf den Lymphgefäßen
rechts des Bauchnabels zu liegen kommt. Die Kupferelektrode wird je
nach Behandlungsziel auf einem der verschiedenen Nervenzentren entlang
der Wirbelsäule aufgelegt (oft ist das der dritte Halswirbel, der
neunte Dorsalwirbel oder der vierte Lumbalwirbel). Meist wird nun in
den Kabeln zusätzlich ein zweiter Behälter
zwischengeschaltet, der Goldchlorid, Kampfer oder andere Lösung
enthalten kann. Cayce erklärt, dass Goldchlorid die Nervenenden
mit Energie versorgen würde, wodurch Nerven wieder neu aufgebaut
werden könnten. Die Dauer der Anwendung dieser Wet Cell liegt
in der Regel zwischen 20 Minuten und einer Stunde. [7]
David Hudson behauptet, dass monoatomares Goldchlorid in der Wet Cell
von Edgar Cayce ca. 20 Mal wirksamer sei als jenes, dass normalerweise
verkauft wird. (Mir ist nicht bekannt, wie Hudson diese Aussage
begründet, denn erst in jüngster Zeit wurde am Meridian
Institute in Virginia Beach mit statistischen Forschungen zur
Wirksamkeit der Cayce-Methoden begonnen [3].)
Bei meinen Recherchen stieß ich letztlich noch auf
eine etwas aus der Rolle fallende technische Anwendung, bei der
ebenfalls Goldchlorid im menschlichen Körper freigesetzt werden
soll, wenn auch quasi als Abfallprodukt. Es handelt sich um das
High-Tech-Projekt einer in den menschlichen Körper eingebauten
Miniaturapotheke, die auf Befehl verschiedenste Wirkstoffe freisetzen
könnte. In einen Mikrochip sollen zu diesem Zweck kleine Kammern
geätzt werden, die jeweils mit einer Membran aus Gold verschlossen
sind. Dieses Gold ist einerseits chemisch träge und deshalb nicht
giftig. Anderseits löst sich Gold auf und wird flüssiges
Goldchlorid, wenn man eine elektrische Spannung anlegt und zudem
Chlor-Ionen vorhanden sind. Diese Chlor-Ionen gibt es im Körper
ausreichend, so dass nur das elektrische Signal gesteuert werden muss.
Die Forscher gehen im Unterschied zu den Alchemisten offenbar davon
aus, dass das dabei in den Körper gelangende Goldchlorid keinerlei
medizinische Wirkung hat.
Zusammenfassend kann man sagen, dass bisher keine
klinisch gesicherten Erkenntnisse über eine arzneiliche Wirkung
von Goldchlorid auf den menschlichen Organismus vorliegen.
Schwerpunkte der vorliegenden Prüfung (Verreibung)
Aurum muriaticum ist ein Mittel, welches mir in der
Praxis schon einige Male begegnete – häufiger sogar als das
reine metallene Gold. Trotzdem muss ich sagen, dass ich eigentlich nie
so ganz begriffen habe, was das wirklich zentrale seelische Thema
dieses Mittels sein könnte. Auch die Symptomübersichten
anderer Autoren ließen in mir kein geschlossenes Bild
entstehen.
Um so dankbarer bin ich für die nun stattgefundene Begegnung im
Rahmen der hier geschilderten Verreibung. Wir haben nun ein klar
umrissenes Symptombild auf der Gemütsebene (opiumartiger,
emotional gelähmter Zustand mit einem inneren Festhalten an
göttlicher unipolarer Liebe, nicht richtig in dieser Welt sein,
unfähig zur kritischen Bewertung und nicht Einlassen auf irdische
Begegnungen). Wir haben die Idee einer Essenz, die ganz
überraschend logisch und konsequent zu anderen Gold- und
Chlorverbindungen ist. Und wir haben sogar eine Vorstellung vom
morphischen Sinn einiger der bekannten Körpersymptome. Durch den
glücklichen Umstand von während der Verreibung eingetretenen
Heilsymptomen (2 Teilnehmer) haben wir sogar eine Idee, in welcher
Richtung ein Aurum muriaticum Heilungsprozess verlaufen
könnte.
Die wesentlichen essentiellen Symptome aus der in [1]
dokumentierten Verreibung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
-
dumpfes Gefühl wie in einem
Schockzustand (DD Opium), als wären diese Menschen
nicht richtig in dieser Welt; sie erleben ihn wie einen Zustand
zwischen Leben und Tod; nicht Einlassen auf irdische
Begegnungen
-
fühlt sich friedlich und in Harmonie mit
allem , obwohl sein Zustand etwas Schreckliches hat; seelisches
Festhalten an einem Zustand göttlicher unipolarer Liebe;
unfähig zu kritischer Bewertung
-
Bild des gestörten "Ein- und Ausatmens", Bindens
und Loslassens im Inkarnationsprozess
-
Bild eines unbewussten Verdauungsprozesses;
Bilder von verschlucktem, verborgenen Gold; Körpersymptom des
beschäftigten Bauches
-
Unruhige unterschwellige Anspannung
-
sehr leise, verhaltene Stimme
-
brennende Sensationen der Häute und
Schleimhäute
Dumpfes Gefühl – Zustand wie zwischen
Leben und Tod
Das markanteste Gemütssymptom, welches sich durch
die gesamte Verreibung und alle Teilnehmer hinzog, war das einer
bleiernen Schwere, Dumpfheit, Abgestumpftheit,
Gelähmtheit.
Diese Schwere zog sich bis in den körperlichen Bereich. Die
völlige emotionale Lähmung in uns ließ Assoziationen zu
Opium aufkommen. Während man bei Opium noch an einen
auslösenden emotionalen Schock denken kann, fühlte es sich
hier wie ein grundlegender Lebenszustand an, der etwas
Unveränderliches hat. Als wäre man zwar irgendwie in einen
menschlichen Körper gelangt, aber emotional, mental und innerlich
überhaupt nicht anwesend. Ein Zustand wie zwischen Leben und
Tod.
-
Es kommt mir vor, wie ein endloser Schlaf! Ich
bin bleischwer! Aber nur unter diesem bleischweren Druck kann eben
das kristallisieren! Jeder ist dabei alleine für sich! (t6
c2)
-
Ich weiß nicht.... Ich hatte die ganze Zeit so
das Gefühl, ich möchte mich eigentlich nur zusammen kauern
und mich verkriechen! Ich musste mich total an meine Zeit in der
Dunkelkammer erinnern, wo ich drei Tage in diesem schwarzen Loch war.
Und so hat sich genau so angefühlt: Alles ist sinnlos, ...
Man muss einfach nur ausharren. ... Ich habe immer nur noch
gedacht, man muss sich selbst vergessen! Liebe ist, wenn man sich
selbst vergisst! Und so ist es für mich auch hier.
Wie bewusstlos. Der Rückzug. (t2 c2)
-
Ich fand das ziemlich traurig. Zwischendurch habe ich
gedacht, ich habe überhaupt keine Beziehung, überhaupt
keinen Kontakt zu dem Mittel. Und dann habe ich gemerkt: Das ist mein
tägliches in der Welt sein! (Also mir war das total
vertraut.) Ich habe mich total gesichtslos gefühlt. Und ich
hatte das Gefühl, dass ich, statt in der Welt zu sein, in einem
totalen Schock bin! Und das ist so ein Gefühl von ...
Gefangensein. Und in diesem Gefangensein auch gar nichts
mitkriegen. Was ich am wenigsten mitkriege ist die Zeit. Ich habe
überhaupt kein Zeitgefühl.
Was mich daran am traurigsten macht ist, dass ich niemanden begegnen
kann. Das fühlte sich so an, als wenn ich in dem falschen Raum
bin. (t1 c2)
-
Ich war auch ganz benommen und taub. Für
mich war das, als hätte ich so einen komischen Blick in die
Welt, von dem aus ich gar nichts sehen kann. Also ich fühlte
mich so, als könnte ich überhaupt nichts sehen! Und auch
von allem nichts mitteilen. (t1 c3)
-
Also ich kann hier, glaube ich kein... Bewusstsein
über das Mittel bekommen! Die ganze C3 war ich im Grunde
weg. Und immer ganz schnell! Also es war nicht unbedingt eine
körperliche Müdigkeit, sondern es ist einfach wie...? (t5
c3)
-
Ich dämmere die ganze Zeit im Halbschlaf
vor mich hin, habe viele Traumbilder oder bildhafte Gedanken an alles
Mögliche, ohne dabei etwas bewusst zu bearbeiten – ein
tranceartiger Zustand, apathisch, gleichgültig. Keinerlei
Impuls, etwas zu tun. Außer vielleicht, sich verwöhnen
zu lassen: was Schönes essen, beschmust zu werden – also
alles völlig passiv. Der Stoff ist für mich das
mineralische Opium. Man hängt in einem Zustand wie zwischen
Leben und Tod. (t3 c3)
Das Symptom liest sich bei Kent und Clarke wie
folgt:
Clarke: "Laziness, aversion to all work.-Indescribable
weariness in whole body." (Träge, Abneigung gegen jede Art von
Arbeit. Unbeschreibliche Müdigkeit im ganzen Körper)
Kent: Indolence. The melancholia of old syphilitics.
(Trägheit. Die Melancholie alter Syphylitiker.)
Gestörtes Ein- und Ausatmen im
Inkarnationsprozess
Auch wenn das im Folgenden beschriebene Modell
wahrscheinlich auf viele von uns sehr esoterisch wirken wird, so hilft
es uns doch, den Zustand von Aurum muriaticum aus dieser "inneren
Wahrheit" des Patienten zu verstehen. Immerhin wurde das Bild vom
gestörten Inkarnationsprozess von mehreren Teilnehmern sofort
aufgegriffen, weil es den von ihnen während der Verreibung
gefühlten Zustand von "nicht richtig hier sein " am
Passendsten beschrieb. Nur aus diesem emotionalen Hintergrund heraus
ist die These vom gestörten Inkarnationsprozess auch zu verstehen.
Anders herum bringt sie als verbale "Essenz" des Mittels nicht viel
Sinn, denn gemeinhin hat niemand eine Ahnung, wie sich ein
gestörter Inkarnationsprozess denn praktisch anfühlt. Als
Zusammenfassung des Geistes- und Gemütskaleidoskops von Aurum mur
wird dieses Bild dann aber sehr sinnfällig.
Wovon ist die Rede? Teilnehmer 2 erlebte in inneren
Bildern über die gesamten C-Stufen der Verreibung hinweg eine
Reise, in welcher ihm der Weg der Seele von Gott ausgehend in den
irdischen Körper hinein beschrieben wurde. Zugleich ergriffen ihn
auch Gefühle der Seele, die mit diesem Prozess verbunden sind. Es
war, als würde diese Reise uns den Hintergrund schildern, auf
dessen Basis wir die spirituelle Essenz von Aurum muriaticum verstehen
können.
Abbildung 2: Inkarnationsprozess und
Exkarnationsprozess
Demnach gibt es so etwas wie einen natürlichen Einatem und
Ausatem im Inkarnationsprozess. Auf dem Weg in den irdischen
Körper entfernt sich die Seele zunächst von der
göttlichen Gruppenseele und von der unipolaren Liebe. Dieses
Loslassen ist für die Seele selbst natürlich schmerzhaft,
weil sie dann die Liebe des Eingebundenseins tatsächlich in sich
nicht mehr so erfährt. Statt dessen taucht sie im inkarnierten
Körper in eine Welt polarer Erfahrungen, in der alles was
geschieht entweder angenehme oder unangenehme Gefühle hervorruft.
Gerade diese Gefühle aber sind es, durch die letztlich in uns zu
wirklichen Erfahrungen reifen. Bliebe die Seele hingegen bei Gott,
könnte sie diese Erfahrungen der irdischen Wirklichkeit nicht
machen. Deshalb muss sie das Göttliche loslassen, um wirklich auf
der Erde präsent zu sein.
Im Tode vollzieht die Seele genau die entgegengesetzte Bewegung. Sie
scheint zunächst einen Bewusstwerdungsprozess vollziehen zu
müssen, einen "Selbstverdauungsprozess", um sich der gemachten
Erfahrungen gewahr zu werden und diese in ihr eigenes Wesen zu
integrieren (in der Verreibung meist als "Kristallisationsprozess"
bezeichnet). In diesem Zustand ruht sie in sich selbst. Sie ist dann
weder bei Gott, noch auf der Erde. Erst danach kehrt sie zurück in
das Große Ganze, dass die meisten mit "Gott" bezeichnen.
Bei Aurum-muriatikum nun scheint es sich wie folgt zu
verhalten: Statt die eben beschriebene Pendelbewegung zwischen
jenseitiger Unipolariät und irdischer Individualisation zu
durchlaufen, scheint die Seele (also das, was der Mensch als seine
innere Bestimmung fühlt) wie fest zu hängen in einem starren,
toten Zwischenzustand. Die Seele ist dann weder ganz drüben, noch
ist derjenige im irdischen Leben zentriert. Für ihn selbst
fühlt sich das an, als müsste er einen unbewussten
Selbstverdauungsprozess durchlaufen, in dem etwas in ihm passiert, dass
er bewusst gar nicht erfassen kann. Diesen Prozess kann man nur
aushalten und man sollte ihn so wenig wie möglich durch eigene
Aktionen stören.
Auf der Gemütsebene fällt auf, dass der
Patient sich dem irdischen Leben nicht stellt (bzw. nicht stellen
kann). Er geht nicht in den Kontakt oder Konflikt mit der irdischen
Realität, sondern er ist wie abwesend bzw. bleibt einfach in einem
Zustand wertungsloser innerer Harmonie, in dem alles, was geschieht, in
Ordnung ist. Obwohl sich dieses Gefühl des im Frieden seins
für ihn selbst wie Liebe anfühlt, ist sie doch seltsam
beziehungslos zur irdischen Realität und zu anderen Menschen. Es
besteht kein Bedürfnis nach körperlichen Kontakten, nach
Kommunikation oder gar Umarmungen. Den Frieden findet er in sich
selbst, und das reicht ihm.
Der Grund für die trotzdem zu spürende verhaltene Trauer
liegt vor allen darin, dass der Aurum-muriatikum-Mensch innerlich sein
Unvermögen spürt, tatsächliche Begegnungen stattfinden
zu lassen. Diese göttliche Liebe, an der er in seinem Wesen
festhält, kann er im praktischen Tun gar nicht manifestieren. Es
fehlt der Vollzug.
In der Verreibung kam die These auf, dass sich
vielleicht die Seele aus irgendeinem Grunde entschieden haben
müsse, zu früh zu inkarnieren, so dass sie nun am
völlig falschen Orte (während der irdischen Inkarnation)
einen Eigenverdauungsprozess nachholen muss, der eigentlich
"drüben" hätte stattfinden sollen. Als mögliche Ursachen
dafür wurden diskutiert
-
ein Selbstmord oder Unfall, durch den ein Lebensfaden
zu früh abgeschnitten wurde und nun in der nächsten Existenz
ausgeharrt werden muss, bis die Seele sozusagen am Punkt der
früheren Unterbrechung weiter machen könne
-
die fatale Entscheidung einer Seele, während der
irdischen Existenz an ihrer Gottesnähe festhalten zu wollen,
damit sie auf diese Art etwas von der göttliche Liebe auf die
Erde brächte
Im letzteren Fall wäre das Festhalten am inneren Gefühl
göttlicher, bedingungsloser Liebe sogar der Grund für das
Festklemmen im gelähmten opiumartigen Zustand zwischen Leben und
Tod. Wir finden hier viele Parallelen zu Natrium muriaticum (siehe
"Verständnis als Salz").
Natürlich weiß niemand von uns, ob es tatsächlich
einen Inkarnationsprozess gibt, der auf die beschriebene Weise
abläuft. Mit Sicherheit jedoch handelt es sich um eine innere
Wahrheit der Seele, die im Beispiel von Aurum muriaticum auch auf ihr
Sein wirkt.
Es folgen einige Zitate aus der Verrreibung, die das
eben Gesagte illustrieren:
Inkarnationsprozess
-
Dann hatte ich ein inneres Bild, eine innere Vision:
Es gibt so einen Zustand (das ist dieser Gold-Zustand) –
und wenn wir ihn verlassen, fallen wir in einen von den 360
Zuständen. Und in dem befinden wir uns dann. Doch in
Wirklichkeit befinden wir uns zugleich (egal, in welchem von den
anderen Zuständen wir uns befinden) immer noch in diesem
Gold-Zustand! Dann ist es immer wie so eine Projektionsbewegung. Wir
werden immer runter gespiegelt, und dann wieder hoch gespiegelt, und
dann wieder runter gespiegelt in einen anderen Zustand... Und dann
sieht es so aus, als würden wir uns von Zustand zu Zustand
bewegen. Aber eigentlich bewegen wir uns immer zu unserem
Höheren Selbst!
Ich sah dann – das war wie so ein Kegel. Oben war das Licht,
wie so ein Auge. Und unten war der Kreis mit den 360 Zuständen.
Es sah so aus, als würde man sich unten immer hin und her
bewegen. Aber in Wirklichkeit war man gleichzeitig immer oben. Da
habe ich verstanden, warum dieses Gold-Symbol immer dieses Dreieck
ist! Der Kegel wird dann sozusagen zweidimensional, wenn man dieses
Dreieck sieht. Und unten die Basis sind dann die 360 Archetypen
(Abbildung 3). Und das fand ich jetzt spannend – bei diesem
Mittel geht es, glaube ich, um den Raum dazwischen! (Also von dem
Auge oben zu der Bodenfläche.) Das fand ich das eigentlich
spannende! Weil man gleichzeitig oben und unten ist, aber die Mitte
existiert irgendwie wie nicht. Aber man ist unten immer nur in einem
Zustand gleichzeitig bewusst. Und das entspricht dem, dass man oben
auch immer nur in einem Zustand ist. Deshalb ist man auch
immer nur in einem Archetyp gleichzeitig bewusst!
Abbildung 3: "Oben war das Licht, wie so ein Auge.
Und unten war der Kreis mit den 360 Zuständen. Es sah so aus, als
würde man sich unten immer hin und her bewegen. Aber in
Wirklichkeit war man gleichzeitig immer oben. Da habe ich verstanden,
warum dieses Gold-Symbol immer dieses Dreieck ist!"
-
Ich bin gleich in einen Zustand verfallen, wie ein
Meditationszustand. Dann hatte ich das Bild, ich bin auf Schloss
Gödens und mache die Gold-Verreibung mit. Wir fangen an zu
rühren – und nach der ersten Runde halte ich inne. Ich
sitze dann einfach drei Tage lange still da, ohne irgend was zu
tun. Im Laufe der Zeit fällt mir die Schüssel runter
und der Pistill, zerbricht alles am Boden und ich bin aber trotzdem
... ich bin wie in einer anderen Welt! Und alle um mich herum
rühren aber weiter und machen Auswertungsrunden, aber ich ... Es
ist vorbei alles mit verreiben! Ich habe dann gedacht,
Verreiben ist einfach was anderes als Gold! Weil man sich mit
den Kräften beschäftigt. Und die Gold-Verreibung ist sowas
wie die letzte Verreibung. Man macht die auch gar nicht mehr
fertig, weil man macht eine Runde – und dann ist fertig!
Ich fand das aber ein sehr schöner Zustand! Also es ist für
mich ganz wahr, diese Dimension.
-
10‘: Dann ging es los in der zweiten Runde mit
der Trennung daraus. Ich hatte das Gefühl, da kam erst das Chlor
in mein Bewusstsein hineingetreten. ‚Es geht um eine
Fort-Bewegung, also eine Weg-Bewegung. ‘ Ich entferne mich
immer mehr von diesem Einen.
Hinter mir bleibt nur die Schwärze des Alls. Lautlos
verschließt es sich um mich. (Ich war dann so wie im All). Ich
bin ein Lichtquant! Ich werde abgetrennt von meiner Quelle, der
Lichtquelle durch das All, den kosmischen Raum. Dafür ist jetzt
der Geist bei mir! Er trennt mich ab und zugleich begleitet er mich.
Er ist so mein Freund, weil er jetzt bei mir ist – und mein
Feind, weil er mich trennt, gleichzeitig. Das ist etwas paradoxes!
Ich hasse und liebe ihn. Er macht mich einsam. Zugleich verbindet er
mich als Möglichkeit mit dem, was um mich herum jetzt im All
ist.
Der Geist ist der göttliche Raum. Er ist die Trennung und
zugleich die Verbindung. Die Trennung von der Lichtquelle, aus der
ich entsprungen bin. Und diese Trennung – das ist ganz paradox
– verbindet mich zugleich! Also ich habe wirklich das
Gefühl, es entsteht so ein unendlicher Raum zwischen dem, wo ich
her komme! Ich bin jetzt wie... abgetrennt!
Doch ich entferne mich immer mehr und mehr. Es entsteht so eine
große Schwärze, die in sich das Licht trägt, es
verbirgt! (Ich habe das Gefühl, ich bin so beim
Schöpfungsakt dabei.) Diese Schwärze ist der unendliche
Raum. Dieser unendliche Raum des Alls entspricht der unendlichen
Dauer Gottes. Der Raum bedingt dann die Zeit. Es ist wie so eine
Bewegung aus der C4 in die C5. Ich habe das Gefühl, es entsteht
sowas wie Geist. (Für mich hat das ganz viel mit Geist zu
tun, aber vielleicht deute ich das auch falsch.) Ich bin jedenfalls
ganz ruhig dabei. Der Raum entsteht nur durch die Trennung,
die Fortbewegung.
Dann schaue ich in die Schüssel und denke, das ist total
schwefelfarben! Dann habe ich so die Idee, dass man zuerst im
Goldzustand ist, und dann kommt in der großen Arzneimittelreise
das Schwefel, wo man sich ja dann richtig lossagt von Gott. Hier ist
es aber so, dass Gott einen auf die Reise schickt! Das ist wie ein
Zwischenzustand zwischen Gold und Schwefel. Hier ist es so, dass Gott
(der man ja noch selber ist) einen auf die Reise schickt. Man trennt
sich selber ab oder wird abgetrennt (Das macht gar keinen
Unterschied).
Dann höre ich die Sonne klingen! Ich sitze hier und
höre das Licht! Ich habe das Gefühl, ich kann das Licht nur
hören, weil ich schon davon getrennt bin. Weil dieser Raum
zwischen mir und dem Licht existiert. (Für mich ist das eine
totale Gnade, so getrennt zu sein.) Der Lichtquant ist jetzt auf der
Reise. Das Chlor schiebt sich zwischen Gott und mich. Es
trennt. Aber nicht so wie Sulfur, ohne Eigeninteresse! Ich bin ganz
selbstlos. (Also ich habe keinen Egoismus oder sowas!)
Dann merke ich, dass ich eigentlich diese Bewegung schon tausend
Male gemacht habe, dass die ständig stattfindet. Es ist ein
Mittel, was sich auf die Reise begibt!
Dann denke ich daran, wenn ich auf die Reise gehe, irgendwo hin
fahre, dann erlebe ich das immer so! Wenn ich mich von zu Hause
wegfahre, das ist für mich immer ganz existenziell. Es gibt so
Momente, die finde ich ganz schrecklich. Etwas real von sich
abtrennen. Noch im Bewusstsein der Einheit sich abtrennen. Abgetrennt
werden. Es ist ein und das Selbe. Wie wenn man auf eine Reise
geht.
Dann hatte ich auch gedacht an einen Unfall, der einen
plötzlich ereilt. Plötzlich verunglückt man –
und dann stirbt man und man ist weg! Und das ist so ein
Trennungsschmerz – sowohl für die Zurückgebliebenen
als auch für die, die sterben. So ist das in dem Mittel! (t2
c1)
Abbildung 4: Detail aus Verrocchio‘s "Taufe
Christi" – Man beachte die Darstellung des göttlichen Atems
im Vergleich mit Abbildung 3 (inneres Bild von Teilnehmer 2
-
Ich weiß nicht.... Ich hatte die ganze Zeit so
das Gefühl, ich möchte mich eigentlich nur zusammen
kauern und mich verkriechen! Ich musste mich total an meine Zeit
in der Dunkelkammer erinnern. Wo ich drei Tage in diesem schwarzen
Loch war. Und so hat sich genau so angefühlt: Alles ist
sinnlos, nichts macht... Man muss einfach nur ausharren .
Und dort habe ich immer (ich konnte auch nicht mehr meditieren oder
so). Ich habe immer nur noch gedacht, man muss sich selbst vergessen!
Liebe ist, wenn man sich selbst vergisst! Und so ist es
für mich auch hier. Wie bewusstlos. Der
Rückzug.
-
Dann habe ich so ein Bild gehabt, dass eine
Kröte die Sonne gefressen hat. Also ich bin eine Kröte
und habe die Sonne gefressen mit der Zunge (/macht es schmatzend vor)
– und dann habe ich die im Bauch. Es dauert jetzt tausend
Jahre. Und irgendwann bin ich als Kröte selber wie ein Fossil,
also versteinert, bin zu Stein geworden – und dann haut jemand
die Sonne wieder heraus. (Also die Kröte muss dann sterben.)
Und so ist es jetzt aber: Sowohl die Sonne ist gestorben (weil die
ist ja weg, obwohl sie noch lebt. Aber sie ist eben weg.) Und die
Kröte muss auch sterben. Da ist für mich so ein
total tiefer Sterbensprozess. Aber nicht dramatisch, sondern ... ich
würde sagen, ein Metamorphose-Prozess . Dann ist mir auch
aufgefallen, dieser Stoff jetzt im Zucker ganz grau ist, und vorher
(in der C1) gelb war.
-
Dann habe ich ein inneres Bild: Da kam Teilnehmerin 1
aus meinem Bad, es war alles ganz hell. Und du hattest aber ein
graues T-Shirt an, das war total langweilig. Also du sahst total tot
aus! Obwohl es Licht war. Und direkt danach kam dann ein zweites
Bild. Da warst du im Dunklen und hast total geleuchtet in einem
rot-goldenen Licht. Und das war für mich – wenn man im
Licht steht, ist man ganz grau, aber wenn man in der Dunkelheit
steht... Das hat mir so gesagt, dass die Sonne im Bauch der
Kröte nach wie vor eine Sonne ist! Nur dass wir das halt
nicht mehr mitkriegen, denn die Kröte ist ganz grau.
‚Das Gold ist im Schoss‘ des Körpers oder der
Erde.
-
Dann habe ich plötzlich an versunkene Städte
gedacht, die auch so verschluckt worden sind. Und es geht da um einen
Reifungs-Prozess .
Ich habe dann wirklich das Gefühl, ich habe mein Gold nicht
mehr im Herzen, sondern im Bauch! Es ist ganz sonderbar. Ich habe
mich dann wirklich noch gefragt. Ich habe dann wie keinen Zugang mehr
dazu! Es geht um eine Verborgenheit.
-
Ich habe mich an diese Dunkelkammer erinnert!
Zeitlos! Allein mit mir und meinem Atem. Selbst das Atmen ist
eigentlich noch zuviel Leben! Aber es ist so, als würde ich
(/keucht) meine letzten Atemzüge nehmen hier. Ich habe auch das
Gefühl hier, dass da in mir etwas Neues wird, vielleicht aus dem
Gold ein Kristall wird, oder so. Als säße ich im Dunkeln.
Das Licht wird verborgen.
-
Zum Schluss den Satz ‚Es ist ein
immerwährender Opferweg. Ein Sterbe-Prozess.‘ Das Leben
ist wie verkehrt. (Also es ist wie genau der umgekehrte Prozess
zum Leben.)
Aber ich fühle mich überhaupt nicht schlecht damit. Obwohl
es ist schon auch sehr schwer zum Schluss. (/ganz ruhig und
abgeklärt) Aber – es ist irgendwie auch egal. Das ist
mir völlig egal, ob ich Kontakt habe, oder nicht. Es ist mir
total schnurz. ... Mein Gefühl war so: In der C1 habe ich
erlebt, wie ich eigentlich noch Gold bin und (zur Erde) komme. Und
jetzt bin ich auf der Erde angekommen – und die Erde
hat mich verschluckt , oder mein Körper. Jetzt bin ich
irgendwie futsch da. Und es ist so dunkel! ... (/fassungslos) Das ist
echt ein komisches Gefühl! (t2 c2)
-
Am Anfang erst überhaupt nichts. Ich war
völlig futsch! Und ich hatte das Gefühl, es gehört
irgendwie dazu. Ich war auch in solchen Traumwelten und habe
das nicht richtig rüberziehen können. Ich hatte nur einmal
den Satz ‚Es ist ein dreistufiger Veredelungsprozess.
‘ Aber was das für Stufen sind, kann ich nur vermuten.
Ich bin völlig versunken und bekomme nichts mehr mit. Ich
bin von der Welt getrennt und von Gott getrennt. (Das finde ich
nicht so besonders toll, muss ich sagen!) Ich bin vor mir
selbst verborgen! Weder hier noch dort. Überhaupt keine
weitere Erfahrungsmöglichkeit.
Das mit der Selbstverdauung scheint mir ganz stimmig zu sein.
Unbewusst erkenntnisloses Dahindämmern. Im Untergrund
geschieht etwas, es ist mir aber verborgen. Alles völlig
unterschwellig.
Es ist irgendwie so, als trage ich jetzt das Gold, als sei es nicht
ich selbst. Also ich bin irgendwie von mir selbst abgetrennt! Es ist
absurd.
Es geht irgendwie ums Sterben und Wiedergeburt. Man geht sich selbst
verloren in dem Mittel. (Ich finde es eigentlich wirklich ziemlich
unangenehm.)
-
Ich kann das gut nachvollziehen, was Teilnehmer 6
gesagt hat. Normalerweise stirbt man – dann ist man in der
anderen Welt. Dann kommt man wieder her – dann ist man in
dieser Welt.
Aber hier hängt man dazwischen fest, weil man weder
richtig stirbt .... Man kann weder richtig sterben, noch kann man
richtig hier sein! Ich könnte auf die Idee kommen, es ist
sowas wie eine Strafe. Das Wesentliche ist, dass man sich
selbst verloren hat und vergessen hat und vor sich selbst
verborgen ist. Das ist eigentlich etwas vollkommen Unmögliches,
was hier stattfindet. Also es ist so wie eine Sondermöglichkeit,
die eigentlich gar nicht möglich ist, dass man weder hier noch
dort ist. Es gibt weder einen Wahrnehmend/Erkennenden, noch etwas
Wahrgenommenes/Erkanntes! Gott ist nicht mehr in der Welt. Die
Welt ist wie beseelt. Der Körper hat die Seele gefressen.
Der Körper ist übrig. Und in ihm passiert irgendwas, in ihm
wächst etwas, toll. Ich denke so ein bisschen an den
Asphalt-Zustand.
-
Zum Schluss hatte sich so die Idee, dass
möglicherweise die Zeit zwischen den Inkarnationen die Seele gar
nicht bei Gott ist oder in diesem Mittel, sondern sie ist irgendwie
in der Erde? (Eigentlich hatte ich immer so die Idee, wenn die Seele
stirbt, dann geht sie zu Gott und kommt irgendwann aus dem Gold
zurück mit neuen Aufgaben.
Aber hier habe ich das Gefühl, wenn die Seele stirbt, dann
verrottet sie irgendwie in der Erde, ist da eingesperrt – und
wenn sie wiederkommt, dann kommt sie ... Also sie kann sich nicht
richtig lösen hier von der Erde! Also ich finde das nicht
besonders fein!
-
Das sind alles nur so unterschwellige Sachen. Als
käme man hier nicht mehr richtig raus! ... Als hätte man
mich begraben. Als hätte man einen lebendig begraben und die
Seele kommt irgendwie nicht mehr richtig los. So fühle ich
mich! Da ist so eine verlorene Seele, die irgendwie den
Scheiss-Ausgang nicht findet. (t2 c3)
-
Ich hatte das Gefühl, es geht um diesen
Zwischen-Raum. Das ist wie so eine Pforte. ...Irgendwann habe ich
das, glaube ich fokussieren können.... Da habe ich folgendes
erlebt: Als würde man sich in dieser Kraft dazu entschieden
haben, einen ganz anderen Inkarnationszyklus zu gehen als sonst.
Man gelangt überhaupt nicht mehr ins Gold zurück! Man hat
das Gold langfristig verlassen. (Das macht da weiter, wo ich bei der
C3 am Ende war. Dass man irgendwie gar nicht mehr normal ins Gold
zurück kommt, sondern irgendwie auf der Erde bleibt.)
-
Dann habe ich lange Zeit nichts mehr gehabt. Und dann
zum Schluss habe ich so für mich das Wozu ein bisschen erfahren:
Es geht darum, das Heilige zu heilen! Das Heilige, das durch
einen Defekt in die Welt getreten war. (Es gab ja sozusagen einen
Riss in der Welt, einen Defekt – und dann ist das Heilige in
die Welt gekommen, z.B. in Form von irgendwelchen Menschen, die so
sind wie Engel.) Und diese Menschen, die so waren wie Engel, weil die
Welt das benötigt hat, die müssen jetzt geheilt werden und
gehen darum diesen komischen Inkarnationszyklus oder sind in diesem
komischen Zustand, wo sie ihr eigenes Heiligsein wieder verlieren,
indem sie gar nicht mehr zum Gold zurück können. Die
werden jetzt durch dieses Mittel vom Gold getrennt, damit sie endlich
diese Heiligsein verlieren, damit sie wieder Menschen sein
können!
Also es ist für mich das Gegenmittel für so
Myrrhe-Leute! Also Myrrhe- und Gold-Leute. ‚Das Heilige
versinkt jetzt in Unwissenheit, in Selbstbewusstlosigkeit. Ein
Defekt.‘ Das ist also eigentlich ein Defekt im
Reinkarnationszyklus, denn normaler Weise würden wir immer
wieder zum Gold gehen, aber hier heilt dieser Defekt im
Reinkarnationszyklus die Defekt-Heilung der Welt!
Versteht ihr, was ich meine? Also das Heilige war ja nur, weil ein
Defekt in der Welt war. Und jetzt muss ein Defekt in der
Seelenbiographie kommen, damit man davon geheilt wird, etwas Heiliges
gewesen zu sein! Für mich ist das ganz logisch. (Zustimmung
von T5 und T6: "Logisch!") Die Pforte ist gewollt und beabsichtigt!
(Ich hatte in der C3 ja das Gefühl, das Mittel ist ein Fehler in
sich. Aber jetzt habe ich das Gefühl, das ist ein
absichtlicher Fehler.) Das Heilige sühnt jetzt sein
Heilsein! (Also völlig paradox! Indem die Heiligen nicht
mehr zu Gott zurück kommen, sühnen sie sozusagen ihr
Heilsein. Sonst sagt man ja immer, die sühnen das Böse.)
Ein Weg, seine Heiligkeit zu verlieren. Das ist ganz Paradox. Es ist
ein Ausweg (obwohl es ja eigentlich kein Ausweg ist, sondern eine
Sackgasse) für die Seelen, die das Heil auf sich genommen haben!
Könnt ihr das nachvollziehen? Es muss ja irgendwelche Seelen
geben, die so Myrre und Gold sind. Und in dem Mittel ist das aber ein
großes Problem für die Seelen, so heilig zu sein. Und
jetzt können sie das sozusagen abtragen! Eine Art ausgleichender
Opfergang. Ein Gegen-Prozess zum Engel-Dasein. Das Gegenüber von
Myrrhe. (t2 c4)
Das Inkarnations-Thema klang auch in den Bildern der
anderen Teilnehmer an:
-
Zum Schluss fühlte ich mich wie in einem
Märchen. Ich durchwandere so viele Länder oder Welten.
Ich suche die ganze Zeit einen Schlüssel. Ich finde den
nicht, und das ist auch gar nicht schlimm. Die Momente, die ich so
erlebt habe, waren nicht einmal die verschiedenen Stadien oder Orte,
um den Schlüssel zu suchen, sondern diese Momente, wo ich
über die Grenze gehe! Also ich habe immer Menschen kennen
gelernt in den verschiedenen Welten und musste mich dann von denen
verabschieden, weil ich nur alleine weiter gehen konnte! Und
das habe ich immer so erlebt, diese Abschnitte, wo ich dann in diese
andere Welt gehe, um den Schlüssel zu suchen (wo ich aber genau
weiß, ich finde den sowieso nicht). ... Das Grundgefühl
war eigentlich so irgendwas, was ich gespürt habe, was mir einen
totalen Frieden gegeben hat. Und gleichzeitig habe ich mich so
eigen und... abgenabelt gefühlt! (T2: "Du gehst in eine andere
Welt oder über Landesgrenzen?") Nee, ich gehe immer in eine
andere Welt! Es ist immer eine ganz andere. (t1 c1)
-
Ich habe dann wieder komische Bilder bis hin zu
irgendwelchen Kapseln, die auf der Erde landen – oder wo
auch immer. Da ist dann wie so ein riesen Platz, der schon halb in
Schutt und Asche liegt, weil eigentlich nur einer lebendig da
rauskommt oder ankommt. Es ist nur nicht klar, wer. (t5 c4)
-
Es geht immer um den Bezug auf das eigene Gold
. Das ist in diesem Mittel wie eine Entfernungsmessung zum eigenen
Gold. Aber je weiter man entfernt war, desto besser ist es
eigentlich. (t6 c2)
Selbstverdauung, Kristallisation, Zustand zwischen
Leben und Tod
-
‚Es geht um den Aufbau einer kristallinen
Struktur. ‘ ... Es geht darum im Gegenüber vom
Platin-Prozess. Warum? ‚Um eine kristalline Struktur
aufzubauen, ist Leben nicht erlaubt! Das geht nicht im Leben. Das
geht nur im ... Nicht-Leben.‘ Also um seine Aufgabe zu
erfüllen, muss man Nicht-Leben! Das Nicht-Leben für die
Aufgabe ist die Rolle des Goldchlorids. (Das Nicht-Antreten
gehört also mit zur Aufgabe dazu! Weil ich nur so die
kristalline Struktur aufbauen kann.) Nichts tun – ist hier
das richtige Handeln! Das nicht-Können auch.
Und so verstehe ich auch meinen Kopfschmerz. Der ist jetzt immer
noch da. (t6 c1)
-
Ich versteh das jetzt so: Dieses Goldchlorid ist ein
Zwischenzustand zwischen Jenseits und Diesseits. Wie eine Art dritter
Zustand. Wie vor oder nach einer Inkarnation. Und da
geht es um die Kristallisation des Eigenen! (Im Gegensatz wie bei
Bufo, wo es um die Kristallisation der Kultur geht oder des Wissens.)
Hier geht es nur um das Eigene. Und dazu ist halt diese
völlige Passivität nötig! Es kommt mir vor, wie
ein endloser Schlaf! Ich bin bleischwer! Aber nur unter diesem
bleischweren Druck kann eben das kristallisieren! Jeder ist dabei
alleine für sich!
Es ist ein Eigenverdauungs-Prozess! (t6 c2)
-
Also ich habe das so verstanden: Es geht hier um eine
seelische Frühgeburt! (Also im negativen Sinne jetzt.) Also in
dem Sinn, als ob man in einem ganz blöden Kreislauf drin ist
– man reinkarniert immer zu schnell. Man hat im
Grunde keinen richtigen Jenseits-Aufenthalt sondern kommt gar nicht
richtig raus und kehrt sofort wieder zurück. Und das geht immer
schneller! Das Mittel in der befreiten Form müsste einem da im
Grunde wieder raus holen. Und dahinter steht im Grunde, dass man
etwas mitbringen will aus dem Gold hierher in diese Welt. Aber alles,
was man mitbringt aus der anderen Welt, ist hier immer
Droge! Und darum bringt der Wunsch nach so einer Vollkommenheit
eigentlich die Zerstörung mit sich. Der Wunsch, nicht arbeiten
zu wollen (also die Gnade des Goldes wirken zu lassen) lässt
diesen Kristallisations-Prozess in diesem Zwischenzustand irgendwie
abbrechen oder stoppen. Und dieser Kristallisationsprozess wird jetzt
eben hier nachgeholt (und das ist hier auf der Erde erst
einmal fatal). Zum Schluss hatte ich das so, das ist im Grunde wie:
Im Grunde kann man dann hier eben nur noch wie ein
Meditations-Leben führen, in dem man einfach meditiert und sich
von der Welt zurückzieht und das nachholt. Also so wie der
Buddhismus das macht (das ist so goldmäßig). Aber es steht
eben für einen heimatlosen Zustand! Denn man ist weder
richtig in der Welt, noch ist man richtig im Jenseits. Man ist ja im
Grunde immer in diesem Zwischenreich, ist so wie heimatlos! Und
das nimmt man hierher mit. Man ist hier irgendwie gar nicht richtig
dann zu Hause! (t6 c3)
Zustand wertungsloser innerer Harmonie aber dabei
seltsam beziehungslos
Abbildung 5: Der Engel mit dem langen Tuch aus
Verrocchio‘s "Taufe Christi"
-
Ich fühle mich wie herausgenommen aus der
Bewertung, bzw. richtiger: Ich bewerte alles, als sei es in
Ordnung, bin in Frieden mit jedem Kampfhund, jedem Skinhead,
jeder Bombe.
Das kommt wohl auch daher, dass ich das Gefühl habe, diese
Dinge könnten mich gar nicht angreifen. Selbst wenn es mich
umbrächte, stirbe ja nur mein Körper, der mir jetzt eh nur
wie eine vergängliche Täuschung vorkommt. (Dieses
Gefühl ist meiner normalen Lebenshaltung völlig
entgegengesetzt! Ich hasse normalerweise Leute, die so sind, die so
eine absurde Harmonie ausstrahlen!)
Mir kommt dieser Zustand zu schön vor. Wie eine Droge,
wie eine vollständige Täuschung. Irgendwo muss ein fataler
ganz grundsätzlicher Fehler sein. Aber mein Denken ist wie
blockiert und ich binganz von diesem Eiapopeia
eingenebelt. Mir ist, als hätte ich Opium genommen. Das
ganze Leben – eine einzige Auszeit im Zustand dieses
Mittels!
Aus der Sicht von Iridium (das ich neulich verrieb) kommt es mir
hier so vor, als würde Gott sich selbst belügen. Er kommt
mir vor wie ein unreifes Kind, das auf seinem kindlichen Weltbild
beharren will. Ein Mittel für unreife Seelen... Diese Harmonie
in dem Mittel ist nicht Abgeklärtheit oder Weisheit, sondern sie
ist infantil. Weise ist einer, der schon alles gesehen hat.
Aurum-mur will nichts sehen, was nicht in sein Weltbild der
Harmonie und des Friedens passt. Für einen Zincum-Menschen
wie mich ein ziemlich schlimmer Zustand! Das Gefühl, ich
hänge hier in einer Lüge drin. (t3 c1)
-
Ich hatte auch das Gefühl, dass ihr mir alle
ganz fremd seid. Ich hatte überhaupt keinen Bezug zu
irgendjemand! Es war so... ich konnte jetzt nicht Teilnehmerin 4
angucken und denken, ach ja, das ist sie, die habe ich dort
getroffen... Du hattest plötzlich gar keine Geschichte mehr
für mich und warst mir deshalb plötzlich ganz fremd! Das
war aber für mich ganz angenehm. (t1 c1)
-
(T3 zu T2: "Hast du noch Kontakt zu jemand?") (/ganz
ruhig und gedämpft) Nee, aber das kümmert mich auch nicht
besonders. Ich meine, ich habe schon so Kontakt zu euch. Aber ich bin
... wunschlos. (t2 c1)
-
Aber ich fühle mich überhaupt nicht schlecht
damit. Obwohl es ist schon auch sehr schwer zum Schluss. (/ganz ruhig
und abgeklärt) Aber – es ist irgendwie auch egal. Das
ist mir völlig egal, ob ich Kontakt habe, oder nicht. Es ist
mir total schnurz. (t2 c2)
-
Ich war auch ganz benommen und taub. Für mich war
das, als hätte ich so einen komischen Blick in die Welt, von dem
aus ich gar nichts sehen kann. Also ich fühlte mich so, als
könnte ich überhaupt nichts sehen! Und auch von allem
nichts mitteilen. Und ich habe die ganze Zeit gedacht, "Ich muss noch
mal zurück!" (Ich weiß nicht, worum es ging.) Irgendwie
war aber der Kontakt unterbrochen. Dann wurde ich wie ...
abgeschnitten, und war dann nur noch ganz desinteressiert an
allem. (t1 c3)
-
(T6: Und du spürst jetzt hier eine Verbindung?)
(/nach längerem Spüren) Ja, in einer bestimmten Weise
schon. Aber es ist nicht so, das ich jetzt das Bedürfnis
hätte, jemand jetzt zu umarmen. Das nicht! Aber ich spüre
das schon, ja! ... Nicht so in der Einheit! Schon verbindendend, aber
ich bin trotzdem separat! Diese Liebe, die ich da so empfunden habe
in der C2 war eher die Liebe zu Gott , diese Verbindung und
göttliche Liebe. Aber das bedeutet auch, dass ich das in
irgendeiner Form auch zu den Menschen schon habe! ... Das, was ich
jetzt empfinde hat nichts mit Körperlichkeit zu tun. (t4
c2)
-
Bei mir war, ‚Es geht um die Liebe‘. Das
Erste, was so bei mir die Frage war, ob jemand diese Liebe wirklich
kennt? Ob es das überhaupt gibt?
Ich hatte so ein Gefühl in mir, wo ich dachte, es ist
vielleicht die Liebe? Es war auch so, als ob dieses Gefühl
alles einschließt, alle Menschen, überhaupt alles und
überhaupt nichts ausschließt – aber ohne Bindung.
Ich fühle mich verbunden, aber doch ganz allein. Das war in
Ordnung so. (t4 c4)
-
Das ist erstaunlich, nicht? Dass man kein
Herz hat bei dem Gold! (t6 c2)
verhaltene Trauer aus Unvermögen,
tatsächliche Begegnungen stattfinden zu lassen
-
Ich fand das ziemlich traurig. Zwischendurch
habe ich gedacht, ich habe überhaupt keine Beziehung,
überhaupt keinen Kontakt zu dem Mittel. Und dann habe ich
gemerkt: Das ist mein tägliches in der Welt sein! (Also mir war
das total vertraut.) Ich habe mich total gesichtslos gefühlt.
Und ich hatte das Gefühl, dass ich, statt in der Welt zu
sein, in einem totalen Schock bin!Und das ist so ein Gefühl von
... Gefangensein. Und in diesem Gefangensein auch gar nichts
mitkriegen. Was ich am wenigsten mitkriege ist die Zeit. Ich habe
überhaupt kein Zeitgefühl.
Was mich daran am traurigsten macht ist, dass ich niemanden
begegnen kann. Das fühlte sich so an, als wenn ich in dem
falschen Raum bin.(t1 c2)
-
Die für mich verlogene Harmonie – mit sich
allein, außerhalb der Welt – wandelt sich langsam in
Trauer. Trauer, dass wir hier in dieser Verreibung so wenig in
Kontakt sind zueinander, dass wir in diesem Zustand heute so wenig
mit den Herzen zueinander in Bezug sind!
Diese Trauer ist nicht wirklich leidenschaftliches Gefühl (eben
weil sie gar nicht präsent in der Wirklichkeit ist). Sie ist
irgendwie entrückt, eine matte Trauer. (t3 c2)
gestörter Atem – Atemnot
-
Ich hatte die ganze Zeit so wie Atemnot und das
Gefühl, es nimmt mir den Atem oder es nimmt mir wie mein Leben.
(t1 c1)
-
Ich habe mich an diese Dunkelkammer erinnert. Zeitlos.
Allein mit mir und meinem Atem. Selbst das Atmen ist eigentlich noch
zuviel Leben! Aber es ist so, als würde ich (/keucht) meine
letzten Atemzüge nehmen hier. (t2 c2)
-
Gefühl von Druck im Hals und dass ich schlecht
Luft kriege. (t4 c1)
Unbewusster Verdauungsprozess; verschlucktes,
verborgenes Gold; Bauch, Höhle
Das Bild vom unbewussten Verdauungsprozess zeigte sich
in der Verreibung auf verblüffend vielen Ebenen bis hinein in die
Körpersymptome. Man muss wirklich den Eindruck gewinnen, dass
sich hier ein archetypisches Element auf rätselhafte Art in alle
möglichen Daseinsbereiche zugleich projeziert hat. (Wir verstehen
die Gesetzmäßigkeiten dahinter noch nicht, aber das
Phänomen ist offensichtlich). Die folgenden Zitate sprechen
für sich.
-
Dann habe ich so ein Bild gehabt, dass eine
Kröte die Sonne gefressen hat. Also ich bin eine Kröte
und habe die Sonne gefressen mit der Zunge (/macht es schmatzend vor)
– und dann habe ich die im Bauch. Es dauert jetzt tausend
Jahre. Und irgendwann bin ich als Kröte selber wie ein Fossil,
also versteinert, bin zu Stein geworden – und dann haut jemand
die Sonne wieder heraus. (Also die Kröte muss dann sterben.) (t2
c2)
-
... Das hat mir so gesagt, dass die Sonne im Bauch der
Kröte nach wie vor eine Sonne ist! Nur dass wir das halt
nicht mehr mitkriegen, denn die Kröte ist ganz grau.
‚Das Gold ist im Schoss ‘ des Körpers oder
der Erde. (t2 c2)
-
Dann habe ich plötzlich an versunkene Städte
gedacht, die auch so verschluckt worden sind. Und es geht da um einen
Reifungs-Prozess. Ich habe dann wirklich das Gefühl, ich habe
mein Gold nicht mehr im Herzen, sondern im Bauch! Es ist ganz
sonderbar. Ich habe mich dann wirklich noch gefragt. Ich habe dann
wie keinen Zugang mehr dazu! Es geht um eine Verborgenheit.
(t2 c2)
-
Das Wesentliche ist, dass man sich selbst verloren hat
und vergessen hat und vor sich selbst verborgen ist. Das ist
eigentlich etwas vollkommen Unmögliches, was hier stattfindet,
eigentlich. Also es ist so wie eine Sondermöglichkeit, die
eigentlich gar nicht möglich ist, dass man weder hier noch dort
ist. Es gibt weder einen Wahrnehmend/Erkennenden, noch etwas
Wahrgenommenes/Erkanntes! Gott ist nicht mehr in der Welt. Die Welt
ist wie beseelt. Der Körper hat die Seele gefressen. Der
Körper ist übrig. Und in ihm passiert irgendwas, in ihm
wächst etwas, toll. Ich denke so ein bisschen an den
Asphalt-Zustand. (t2 c3)
-
Mir fällt noch ein Bild ein. Ganz zum Schluss
habe ich wie so Menschen im Keller leben sehen. Ich habe das nicht
erwähnt, weil ich dachte, komisch... Aber das würde dem
total entsprechen. Die waren ganz froh! Ich hatte das Gefühl,
das war für die ganz selbstverständlich und die leben
wie die Kröten in der Dunkelheit. Aber sind froh dabei.
Die leben wie ein völlig normales Leben! Die Frau hatte ein Kind
auf dem Arm. Das war für die ganz selbstverständlich. (t5
c2)
-
Aber hier habe ich das Gefühl, wenn die Seele
stirbt, dann verrottet sie irgendwie in der Erde, ist da eingesperrt
– und wenn sie wiederkommt, dann kommt sie ... Also sie kann
sich nicht richtig lösen hier von der Erde! Also ich finde das
nicht besonders fein! Das sind alles nur so unterschwellige Sachen.
Als käme man hier nicht mehr richtig raus! ... Als hätte
man mich begraben. Als hätte man einen lebendig begraben und
die Seele kommt irgendwie nicht mehr richtig los. So fühle
ich mich! Da ist so eine verlorene Seele, die irgendwie den
Scheiss-Ausgang nicht findet. (t2 c3)
-
Weiß ich nicht! Aber ich merkte, es geht mir
viel zu schnell! Ich kann das nicht verdauen! Ich habe wie so...
etwas, das ich nicht verarbeiten kann! (t5 c4)
-
Mein Gefühl war so: In der C1 habe ich erlebt,
wie ich eigentlich noch Gold bin und (zur Erde) komme. Und
jetzt bin ich auf der Erde angekommen – und die Erde
hat mich verschluckt , oder mein Körper. Jetzt bin ich
irgendwie futsch da. Und es ist so dunkel! ... (/fassungslos) Das ist
echt ein komisches Gefühl! (t2 c2)
-
Es geht um die Kristallisation des Eigenen! (Im
Gegensatz wie bei Bufo, wo es um die Kristallisation der Kultur geht
oder des Wissens.) Hier geht es nur um das Eigene. Und dazu ist halt
diese völlige Passivität nötig! Es kommt mir vor, wie
ein endloser Schlaf! Ich bin bleischwer! Aber nur unter diesem
bleischweren Druck kann eben das kristallisieren! Jeder ist dabei
alleine für sich!
Es ist ein Eigenverdauungs-Prozess! Es geht immer um den
Bezug auf das eigene Gold. Das ist in diesem Mittel wie eine
Entfernungsmessung zum eigenen Gold. Aber je weiter man entfernt war,
desto besser ist es eigentlich. Aber entsprechend lange brauchen die
Kristallisationsprozesse wieder zurück. (Also man muss ja wieder
zu sich selber zurück kristallisieren .) Dann kommt mir
vor, man macht sich dabei aber selber zum Gegenstand, also wirklich
zum Objekt der Verarbeitung! Und das sieht aus, wie
syphilitisch, weil man da ja alles zum Objekt macht. Also das ist wie
ein total syphilitisches Mittel. Ist es aber gar nicht! ... Mir kommt
es so vor, diese Selbstverdauung ist hier nicht krank, die ist okay!
Aber sie bedeutet für uns, dass wir eben dumpf, schwer und
müde sind. Aber sie ist unabwendbar. ... Das sieht alles aus wie
eine Selbstzerstörung. Das ist aber gar keine, sie schafft
nämlich Ordnung. Aber dieser Zustand ist dem Leben völlig
feindlich! (t6 c2)
-
Ich bin völlig versunken und bekomme nichts mehr
mit. Ich bin von der Welt getrennt und von Gott getrennt.(Das finde
ich nicht so besonders toll, muss ich sagen!) Ich bin vor mir
selbst verborgen! Weder hier noch dort. Überhaupt
keine weitere Erfahrungsmöglichkeit.
Das mit der Selbstverdauung scheint mir ganz stimmig zu
sein. Unbewusst erkenntnisloses Dahindämmern. Im Untergrund
geschieht etwas, es ist mir aber verborgen. Alles völlig
unterschwellig. (t2 c3)
-
Als ich dieses schwarze Pulver gesehen habe, ist mir
ein Traum eingefallen, den ich diese Woche hatte (ein ganz kurzer
Traum). Ich saß in einer Erdschicht und diese Schicht in der
Erde, also wie eine der Schichten der vielen, war golden. So ganz
glänzend Gold. Aber über diesem Gold war wie ein schwarzer
Schleier. Das war aber auch nicht stofflich, sondern es war so ... Es
war schon fest, aber es hat sich immer bewegt. Es war manchmal etwas
durchsichtig. Aber das Schwarze auf dem Gold, das haftete, das
ging nicht weg! Es bewegte sich auch immer. Das war ein kurzer
Traum, aber der fiel mir sofort ein, als ich das Pulver gesehen habe.
(t4 c1) ... Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass das Mittel
für mich nicht wirklich eine Dramatik hat, sondern die hat sich
bei mir schon in diesem Traum abgespielt am Mittwoch, wo ich diesen
Goldkörper in der Erde gesehen habe, wo dieser schwarze Schleier
drauf war. Und das war sehr schmerzhaft. In diesem Traum habe ich
einen tiefen Schmerz erlebt! ... Drch dieses Schwarze, mit dem dieses
Gold verdeckt ist. Diese Schwarze hat eine schmerzliche
Reaktion bei mir hervorgerufen! Also da wurde ich ganz traurig und
ich hatte so einen ganz tiefen Schmerz in meinem Bauch drin.
(t4 c3)
-
Plötzlich brachen wieder Bilder ein: Da lag eine
Leiche. Ich sah einfach plötzlich, wie so dieses Gesicht
zerfressen wurde und so Löcher und Höhlen
entstanden. (t5 c2)
-
Gedanken über Heilung durch Aufenthalt in
Höhlen (Teilnehmer 2, 4 und 5)
-
kein Appetit, kein Bedürfnis nach
Nahrungsaufnahme (alle Teilnehmer!) (der Magen ist wie voll, weil
er etwas anderes verdauen/verarbeiten muss)
Unruhige unterschwellige Anspannung
Das von Kent und Clarke genannte Schlüsselsymptom
der "extremen geistigen und körperlichen Unruhe" trat nur bei
einer der Prüferinnen auf. Es wurde dafür sehr anschaulich
von ihr beschrieben:
-
Ich habe dann ein Bild von einer Maus gehabt (ich kann
das noch nicht deuten): Eine braune Maus mit richtig langen
Härchen. Die hat in einem fort in einer Geschwindigkeit/in einer
Frequenz gemümmelt oder geschnuppert – und das hörte
nicht mehr auf! (/Die Teilnehmerin macht Zitterbewegungen mit der
Hand dazu.) Ich hatte das Gefühl "Ähh! Wenn das jetzt so
weitergeht, das ist nicht zum Aushalten!" Also diese Frequenz ist
einfach... das macht irgendwann hält man das nicht mehr aus und
macht kaputt! (T2 ergänzt: "Wie Herzflattern war das!") Ja, das
Gefühl war, irgendwann kommt mein Herz nicht mehr hinterher. Ja,
das kann ganz gut passen, dass es dann wie aus dem Schwingen kommt!
(t5 c1)
-
Für mich ist das Mittel eine Zumutung! Ich habe
jetzt irgendwie fast die Wut im Bauch gehabt! Ich merke, ich
weiß gar nicht mehr, wie ich mich noch setzen, legen, stellen
soll, wie ich das aushalte. Also das ist eine ganz merkwürdige
Energie. Wie so eine unterschwellige Anspannung. Und ich habe das
Gefühl, ich kann das gar nicht verdauen! Und es ist viel zu
früh, die C4 zu machen! Ich komme da wie nicht durch. An
Erlösung ist da gar nicht zu denken. Ich war wütend auf
euch. Ihr wolltet die C4 machen, und ich bin noch gar nicht so weit!
So fühle ich mich jedenfalls. Ich... weiß nicht. Aber ich
merkte, es geht mir viel zu schnell! Ich kann das nicht verdauen!
Ich habe wie so... etwas, das ich nicht verarbeiten kann! Das ist
kein Klumpen mehr sondern so eine ganz komische Energie. Das ist mir
fremd. ... Dann das Gefühl, ich muss hier irgend eine andere
Haltung einnehmen! Aber ich finde keine Haltung, um irgendwo da rein
zu kommen oder Bilder zu empfangen. (Am liebsten hätte ich mich
hier mit dem Oberkörper runter gelegt und die Beine hochgemacht
oder irgendwas!) Ich habe gemerkt, ich muss die Körperhaltung
irgendwie verändern, weiß aber gar nicht wie. Also ich
habe mich überhaupt nicht mehr wohl gefühlt! (t5
c4)
Bei Kent finden wir das Symptom wie folgt beschrieben:
"Extremely irritable. Nothing can be done to please him. Constant
fretting. Extreme mental and physical restlessness." (Extrem gereizt,
nichts war ihm recht. Ständiges sich mit Fragen quälen.
Extreme mentale und körperliche Rastlosigkeit.)
Clarke beschreibt einen Aurum muriaticum-Patienten als
den Quecksilbermann: "Great restlessness; changes his position every
moment; his friends call him "the quicksilver man". (Große
Rastlosigkeit, wechselt seine Position jeden Moment; seine Freunde
nennen ihn den "Quecksilbermann")
Für ihn steht dieses Symptom im Rang eines kennzeichnenden
Schlüsselsymptoms, welches das Wesen der Arznei in sich
trägt. Diesen Eindruck konnten wir in dieser Prüfung nicht
bestätigen, da das übergreifende Symptom über alle
Prüfer doch eher der Zustand der emotional/geistigen
Gelähmtheit war.
Mir scheint die Unruhe von Aurum muriaticum eher wie
ein noch irrgeleiteter Heilversuch, bei dem das Chlor-Element in der
Ebene des Körperlichen oder Geistigen wirkt, statt in die
Wesensebene zu gehen (siehe Kapitel "Verständnis als
Salz").
Verständnis als
Salz
Bei Mineralsalzen können wir uns die Essenz (die
zentrale seelische Wirkungsrichtung) der Verbindung oft aus ihren
einzelnen Elementen zusammengesetzt vorstellen. Dabei
repräsentiert nach meiner Erfahrung einer der beiden Bestandteile
immer das Drama, in dem der Patient fest hängt. So geht es bei
Natriumsalzen um das Thema der als überlebenswichtig empfundenen
Bindung an einen einzelnen Menschen, bei Calcium-Salzen um die zur
Gruppe und bei Kalium um die Bindung und den Schutz durch die Familie.
Zinksalze hingegen zeigen uns verschiedene Formen des
Grundgefühls, in ein System von Menschen nicht vollständig
hinein zu passen, zu dem man aber gehört (beispielsweise eine
Familie oder eine Firma).
Der zweite Bestandteil des Salzes tritt nun als der Helfer auf. Er
bringt über das homöopathische Mittel eine Qualität
hinein, die dem Patienten genau gefehlt hat, um sein Drama zu
lösen und seine Verhältnisse neu zu gestalten. Oft sind das
interessanter Weise gerade jene Eigenschaften, die wir aus dem
Arzneimittelbild des isolierten zweiten Stoffes eigentlich als krank
erleben. Im Salz werden sie plötzlich zu einer positiven Kraft:
Sulfur baut eine helfende Ich-Wahrnehmung auf, wo der Patient vorher
nur über andere definiert wurde; Phosphor bringt Liebe und
verschmelzende Begegnung, wo vorher nur Getrenntsein wahrgenommen
wurde.
Bei Aurum muriaticum liegt es auf der Hand, dass die Essenz des
Mittels viel mit Aurum zu tun haben muss. Andererseits müssen
viele Parallelen zu unseren muriaticums existieren. So, wie Kalium die
Bindung an die Familie repräsentiert, Calcium die Bindung an das
Zuhause und Natrium die an den Partner – so steht Aurum für
die Verbindung zu Gott, bzw. zu unserer eigenen göttlichen
Existenz. In Aurum muriaticum geht es aber nicht darum (wie man
vielleicht meinen könnte), eine solche Verbindung zu Gott zu
erwerben. Nein, das Gegenteil ist hier der Fall! Der
Aurum-muriaticum-Patient hat eine viel zu starke Bindung zu
seiner jenseitigen Existenz und zur göttlichen unipolaren Liebe.
Er ist nie hier unten auf der Erde angekommen. Er ist unfähig,
sich von irdischen Dingen, Erlebnissen, Personen wirklich berühren
zu lassen. Denn das schlösse auch die Möglichkeit des
Schmerzes und die Erfahrung des Getrenntseins mit ein. (Er erlebt sich
zwar unterschwellig als getrennt von der irdischen Erfahrungswelt
– was ihn auch traurig macht – aber seine Wahrnehmung ist
in einem Gefühl der entkörperlichten, grenzenlosen Liebe und
Akzeptanz zentriert, aus dem heraus er glaubt, den Dingen, Personen und
Objekten in ihrem göttlichen Kern zu begegnen.) Für eine
solche Begegnung spielt der praktische irdische Vollzug im Alltag
natürlich keine Rolle, da sie nur innerlich erfolgt.
So, wie das Chlor im Natrium muriaticum hilft, den menschlichen
Bindungspartner endlich loszulassen und autonom existieren zu
können – so hilft es dem Aurum-mur-Patienten, seine Haftung
im jenseitigen Seelenverbund (Gott) los zu lassen. In beiden
Fällen bringt das Chlor-Element hier die fehlende
Beweglichkeit, die fehlende Fähigkeit zur autonomen Existenz.
Die "Unfähigkeit zur dauerhaften Bindung" von Chlor wird im Salz
zur hilfreichen Qualität. Sie erlaubt ein Loslassen und lebendiges
Fließen, wo vorher keine Bewegung mehr möglich war.
Beweglichkeit bedeutet für Aurum muriaticum: sich Einlassen auf
die polare Erfahrung, sich Einlassen auf die Gefühle des
Getrenntseins und die Täuschungen der eigenen Wahrnehmung (die oft
mit Schmerz verbunden sind, die aber auch eine um so größere
Freude in uns entstehen lassen, wenn wir diese Täuschungen dann
durchschauen und überwinden können). Aus dem lauwarmen
Dämmerzustand opiumartiger Lähmung wird dann eine kraftvolle
warme Lebendigkeit, die die Extreme nicht scheut. Aus stiller
göttlicher Liebe wird lebendiger, irdischer Vollzug.
Wie befreiend und transformierend dieses sich Bewegen
können für den Patienten anfühlt, können wir
bereits erahnen, wenn wir die Schilderungen der beiden Teilnehmer
lesen, die schon während der Verreibung eine dramatische
Veränderung ihrer Selbstwahrnehmung erlebten (siehe
"Heilung").
Auch die archetypischen Wahrnehmungen von der Rolle des
Chlors und des Goldes im Verreibeprotokoll passen nahtlos in das hier
dargestellte Bild.
-
Dann hatte ich so ein inneres Bild, eine innere Vision:
Es gibt so einen Zustand (das ist dieser Gold-Zustand) –
und wenn wir ihn verlassen, fallen wir in einen von den 360
Zuständen. Und in dem befinden wir uns dann. Doch in
Wirklichkeit befinden wir uns zugleich (egal, in welchem von den
anderen Zuständen wir uns befinden) immer noch in diesem
Gold-Zustand! ... Dann ging es los in der zweiten Runde mit der
Trennung daraus. Ich hatte das Gefühl, da kam erst das Chlor in
mein Bewusstsein hineingetreten. ‚ Es geht um eine
Fort-Bewegung, also eine Weg-Bewegung.‘ Ich entferne mich
immer mehr von diesem Einen. Hinter mir bleibt nur die Schwärze
des Alls. ... Das Chlor schiebt sich zwischen Gott und mich. Es
trennt. Aber nicht so wie Sulfur, ohne Eigeninteresse! Ich bin ganz
selbstlos. (t2 c1)
-
Dann habe ich eine Ladenbude gesehen mit lauter Ketten,
die herabhingen. Alles ganz komisch. Dann kam ein
grobschlächtiger Mann, nimmt sich so eine Kette und zieht ein
zarte Frau an sich an, vereinigt sich mit Gewalt mit ihr und ich habe
das Gefühl, da wird was vereint, was ursprünglich nicht
zusammen gehört. Es entsteht daraus wie eine zähe Masse,
die sich kaum noch bewegen kann. Also die ist so zäh, dass sie
nicht mehr flüssig ist und nicht mehr richtig hin und her
fließen kann. (t5c2)
|
T6
|
Und für was ist das ein Bild? Für den
Stoff, oder was?
|
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T5
|
Für den Stoff, würde ich sagen.
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T2
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Und was ist da was?
|
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T6
|
Der Mann ist das böse Chlorid und die
schöne Frau ist das Gold?
|
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T5
|
Habe ich mich auch gefragt, konnte ich aber nicht so
ganz beantworten.
|
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T6
|
Oder ist der Mann das Gold und die schöne Frau
ist das Chlorid?
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T5
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Ich weiß es, ehrlich gesagt nicht.
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T6
|
Eher so, nicht?
|
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T3
|
(/zustimmend) Ja!
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T5
|
Also vom Grundtypus her ist der Mann so der
stattliche, goldene! Und die Frau eher so etwas luftig.
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|
T6
|
Luftig wäre ja Chlorid.
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|
T5
|
(/lacht verlegen) Das ist mir schwer gefallen, die
Frage zu beantworten. ...
|
-
Das Gold selber dient immer nur der Lösung. Und
wenn man nach dem Gold greift, ist man lösungsorientiert. Aber
das Mittel hier (also das Aurum chloratum) das nimmt diese
Lösungsorientierung wieder zurück! Und es trennt einfach
die Welten des Lebens und die der Lösung. Deswegen hat es in
der C4 keine Lösung. Weil es gar nicht um die Lösung geht!
Sondern es geht darum, einem die Lösung wieder weg zu
nehmen, die Orientierung auf die Lösung! Also die Lösung
ist es, gerade keine zu haben! Das Gold ist erst nach dem
Tod zu leben, nicht hier schon! (t6 c4)
Heilung
Zwei Teilnehmer erlebten in sich am Ende der Verreibung
eine Wandlung von Eigenschaften und Werten, die für sie selbst
ganz überraschend und neu waren. Beider Teilnehmer waren auch
bereits von der C1 an in einem persönlichen Prozess, in dem ihnen
über ihre Körpersymptome und inneren Bilder so etwas wie eine
symbolische Aurum-muriaticum-Geschichte erzählt wurde.
Teilnehmerin 4 hatte intensive energetische
Wahrnehmungen in ihrem Körper und um den Körper herum, die
sich im Laufe der Verreibung veränderten. Die Art dieser
Wahrnehmungen erinnert stark an die Konzepte von Kundalini und Aura,
die bekanntlich mit dem Erwachen höherer, seelennäherer
Bewusstseinsebenen assoziiert werden.
-
Ich habe dann Körpersymptome gehabt. Als ob
sich das Mittel in mir ausbreitet. Von der Leiste in das Becken, von
der Wurzel nach oben zog es langsam. Dann war es im Becken, hat
sich da breit gemacht. Dann zog es langsam hoch zum Herz. Zuerst ein
Druck und Stechen im Herz, dann zog es aber weiter aufs Sternum und
dann in den Hals. Im Hals hat es dann Druck gemacht. Gefühl von
Druck im Hals und dass ich schlecht Luft kriege.
Das hat sich dann aber aufgelöst. Dann war es, als ob es sich
überhaupt in mir auflöst. Als ob ich so über meinen
Körper hinauswachse und ich würde so hoch gehoben. Immer
wieder war so das Gefühl von der Leiste bis zum Hals. In
wellenförmigen Bewegungen kam das so hoch. Das war eigentlich
sehr ruhig und auch angenehm. Es war nicht unangenehm, außer
mal kurz dieser Druck im Herzen und im Hals.
Dann kam es direkt in der Mitte hoch und blieb an der Nasenwurzel.
Da hat es eine ganze Zeit lang in der Nasenwurzel einen Druck gemacht
und ging dann weiter hoch über die Stirn in den Kopf hoch
– und dann war es wieder aufgelöst. Ich fühlte mich
wie eine große Figur ohne Grenzen. (t4 c1)
-
Was ich gespürt habe, war eine direkte
Verbindung vom Scheitel aus zum Gott. Und zwar, da wo sich das
Mittel in mir so hoch gearbeitet hatte direkt oben war ein ganz
starkes Band. Und das ist nicht trennbar! Es ist in manchen Zeiten so
wie nicht da, und dann in anderen ist es deutlich spürbar. Die
Verbindung ist stark.
(/deutet mit der Hand etwas wie eine Aura an:) Und der
Goldkörper war wohl zu meinem Schutz. (Aber darum weiß ich
nicht.) (/nachdenklich:) Er hing wohl auch mit dem Band zusammen.
Und was dann kam, war ganz eigenartig! Ich hatte so das
Gefühl, das löst sich auf! Der war plötzlich nicht
mehr mit dem Band verbunden. Der Goldkörper löste sich so
auf.
Und dann habe ich so ein Gefühl gehabt – also das war
ganz eigenartig – ich wurde so fröhlich und lustig,
weil ich dachte "Gut, dann kann der ruhig weg! Was bleibt, ist die
Liebe! Das ist einfach nicht von mir weg zu trennen! Das ist
nämlich das Göttliche!" Dieses Äußere (also ich
habe das so als äußeren Körper gesehen, der sich
löst) – und als sich das so gelöst hat, hatte ich das
Gefühl, es spielt überhaupt keine Rolle! Das Wesen ist ja,
was in mir ist! Diese Liebe, diese göttliche Liebe. Nicht
dieses Äußere! (t4 c2)
-
Aber mir wird einfach nur noch mal bewusst, wie das
bei mir vorhin abgelaufen ist mit diesem Körper. Das lief
nochmal so in Kurzform ab. Wie das in der C1 angefangen hat, wie
dieser überdimensionale Körper aus mir heraus kam
(also es war ein Teil von mir) und sich so gebildet hat. In
der C2 wurde es abgetrennt oder abgelöst. Und in der C3 habe
ich erlebt, wie das alles geschmolzen ist. Der Thron und alles das.
Das war so eine Sache (dieser Körper, der sich in der C2
aufgelöst hat), wenn man sich die Figuren vorstellt von der Niki
de Saint Phalle, die so riesige Figuren gemacht hat (Anmerkung:
Gemeint sind die sogenannten Nanas). Das war wie so etwas um mich
herum, und das hat sich einfach mitsamt dem Thron aufgelöst. (t4
c3)
-
Dann zum Schluss kam: "Ich fühle mich frei,
kann Menschen begegnen wie nach einem langen Gefängnis." Also
ich habe das Gefühl gehabt, dass mit dieser Auflösung von
diesem Körper um mich herum ein Gefängnis aufgehört
hat!
Und ich hatte so das Gefühl, dass ich Menschen berühren
kann, was eigentlich nicht so absolut nicht meine Art ist. Und
ich hatte so das Gefühl, ich freue mich auf Menschen.
(Das war auch vorher, als Teilnehmer 2 und ich kurz zum
Kaffee-Trinken gingen, da hab ich ihn so unter den Arm genommen
– und ist eigentlich nicht meine Art.) Das ist unter diesem
Mittel ganz stark bei mir, dieses Verbunden-Sein aber doch allein und
auch total frei! Für mich ist dieses Mittel wie eine
Befreiung! (t4 c4)
|
T6
|
Das wäre ja schon eine Heilung aus diesem
heiligen Zustand! Das tut dir bestimmt gut!
|
|
T2
|
Ich habe auch so das Gefühl.
|
|
T4
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(/nachdenklich) Ja, das könnte passen. Das
Gefühl hatte ich auch, als du das erzählt hattest . Es
ist für mich wirklich wie eine Öffnung. Und dass ich so
das Gefühl hatte, ich komme aus einem Gefängnis
heraus. Das war jetzt in der C4 ganz stark! (/seufzt) Huch! Das
war wie ein Gefängnis!
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Die transformative Qualität dieser erwachenden
Körperlichkeit kann man noch einmal deutlich nachspüren, wenn
man den folgenden Dialog auf sich wirken lässt, der sich einige
Stunden zuvor abspielte.
|
T6
|
Was ist eigentlich Liebe, Teilnehmerin 4?
|
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T4
|
Das habe ich mir auch schon oft überlegt, was
das ist.
|
|
T6
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Ich weiß gar nicht, was das ist.
|
|
T4
|
Es ist sicher nicht dieses Emotionale (was man
allgemein denkt), was immer wieder kommt und vergeht. Ich denke,
Liebe ist ... ist schon Verbindendes. Ja, denke ich schon!
|
|
T6
|
Und das empfindest du jetzt hier? Die
Verbindung??
|
|
T4
|
(/nach längerem Spüren) Ja, in einer
bestimmten Weise schon. Aber es ist nicht so, das ich jetzt das
Bedürfnis hätte, jemand jetzt zu umarmen. Das nicht! Aber
ich spüre das schon, ja!
|
|
T6
|
Also so wie Teilnehmerin 5.
|
|
T4
|
Nicht so in der Einheit! Schon verbindendend, aber
ich bin trotzdem separat! Diese Liebe, die ich da so empfunden habe
in der C2 war eher die Liebe zu Gott, diese Verbindung und
göttliche Liebe. Aber das bedeutet auch, dass ich das in
irgendeiner Form auch zu den Menschen schon habe!
|
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T3
|
Aber ohne Körper?
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T4
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Ja. ... Was heißt ohne Körper?
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T6
|
Keine körperliche Liebe.
|
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T4
|
Ja. Das, was ich jetzt empfinde hat nichts mit
Körperlichkeit zu tun.
|
Teilnehmer 2 erlebte (auch als durchgängigen Film)
eine Geschichte, in der ihm der Weg der Seele aus der Göttlichkeit
in die Inkarnation geschildert wurde. (Wir haben diese Geschichte
vorhin schon wiedergegeben). Über diese Geschichte entstand in der
C4 plötzlich ein Tiefes inneres Begreifen über seine eigene,
ganz persönliche Verwicklung im Anklammern an Gott.
Mit deutlich berührter Stimme erzählte er, dass er vor
Jahren einmal ein Erlebnis des Überströmtseins mit
göttlicher Liebe gehabt hatte. Dieses Erlebnis war für ihn so
überwältigend und schön, dass er danach alles daran
setzte, es noch einmal neu zu inszenieren. Er suchte in der Meditation,
er suchte nach spirituellen Meistern, die ihn der göttlichen Liebe
noch einmal näher bringen könnten, er suchte das Erlebnis in
der Begegnung mit Menschen zu wiederholen – doch es wiederholte
sich nicht.
Nun, am Ende der Verreibung von Aurum-muriaticum traf
ihn das Erkennen wie ein Schlag:
-
Dann habe ich lange Zeit nichts mehr gehabt. Und dann
zum Schluss habe ich so für mich das Wozu ein bisschen erfahren:
Es geht darum, das Heilige zu heilen! Das Heilige, das durch
einen Defekt in die Welt getreten war. (Es gab ja sozusagen einen
Riss in der Welt, einen Defekt – und dann ist das Heilige in
die Welt gekommen, z.B. in Form von irgendwelchen Menschen, die so
sind wie Engel.) Und diese Menschen, die so waren wie Engel, weil die
Welt das benötigt hat, die müssen jetzt geheilt werden und
gehen darum diesen komischen Inkarnationszyklus oder sind in diesem
komischen Zustand, wo sie ihr eigenes Heiligsein wieder verlieren,
indem sie gar nicht mehr zum Gold zurück können. Die
werden jetzt durch dieses Mittel vom Gold getrennt, damit sie endlich
diese Heiligsein verlieren, damit sie wieder Menschen sein
können! (t2 c4)
|
T2
|
(/flüstert noch mal ergriffen) Unglaublich.
(Pause)
Das müsste man allen Esoterikern geben!
Kollektiv!
|
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T6
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Ja!
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T2
|
Also eigentlich dieser ganzen Gesellschaft! Alle
wollen ja immer nur in das Gold!
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T6
|
Das hat ja nichts auf der Welt zu suchen.
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T2
|
(/begeistert) Und plötzlich stellt man fest,
das Gold ist eigentlich eine Krankheit!
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T6
|
Ja!
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T3
|
So habe ich doch dich immer erlebt, Teilnehmer 2,
dass du ins Gold willst!?
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|
T2
|
Ja, ja! Bei mir kehrt sich alles um!
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|
T3
|
Wie erlebst du das jetzt? Du wirkst total gelassen
– als wenn dich das gar nicht persönlich
berührt?
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T5
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Teilnehmer 2 ist natürlich einen Weg gegangen
bis hierher!
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T2
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Ich bin wirklich einen Weg gegangen!! Ich
habe das Gold irgendwann erfahren – und dann wollte ich da
immer bleiben! Und ich war total verzweifelt.
Und jetzt nach diesen ganzen Verreibungen, jetzt plötzlich
nach diesen Platin-Verreibungen merke ich: Das einzige was man
ja tun kann, ist weg zu gehen von dem Gold! Um
überhaupt weiter zu kommen. Das ist die Rettung! Das
Gold ist total unpassend. Und dieses Mittel hilft uns
dabei.
Das sagt, "Du hast schon so viel Gold, jetzt musst du erst mal
raus! Du findest jetzt erst einmal lange Zeit keine Lösung
mehr, damit du dich auf die Menschen wieder einlassen kannst."
(Also so... ich habe das ja jetzt hier nur drei/vier Stunden.)
(/bestürzt) Ich habe immer nur das Gold
gesucht!
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T3
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Ja, deswegen wundert mich, dass du das so total
gelassen aussprichst, wo das doch eigentlich tragisch ist für
dich?
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T2
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Ja, aber das ist für mich ... das ist die
andere Seite von dem Platin jetzt.
Das ist echt eine lange Geschichte! Das ist die ganze
C4-Homöopathie! Also für mich sind das jetzt
vier-fünf Jahre.
Für mich das Komische ist, dass ich das Gefühl habe, je
weiter ich von dem Gold weg gehe, plötzlich kommt es –
ohne das ich das will – mit einer Wucht in mein Leben rein
für kurz. Das ich irgendwie denke, es ist unglaublich!
Zum Beispiel ... gab es so Momente, wo ich plötzlich für
mich so Gold-Erfahrungen gemacht habe, die waren so massiv!!
Da hatte ich das Gefühl, die kommen nur, weil ich es gar nicht
mehr suche!
Also meine Erfahrung ist ganz umgedreht! Vorher wollte ich immer
dort bleiben und war total verzweifelt, weil ich da nicht bleiben
konnte, und wollte dann wieder dorthin. Es war alles ganz
schrecklich.
(/nachdenklich) Ich habe immer bloß Second-Hand-Esoterik
betrieben.
(Pause)
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T6
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Ich glaube auch, das Gold kommt immer nur als
Lösung ganz kurz, "Zack!"
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T2
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(/begeistert) Ja! Wie eine Gnade.
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T6
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Wie eine Gnade. Und nicht selber gewollt.
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T2
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Und dann ist es auch richtig! Dann ist es
irgendwie nicht verkehrt.
(/lange Pause)
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Bezüge zu anderen Arzneimitteln
In der Verreibung aufgetretene Assoziationen zu anderen
Mitteln
Aurum, Gold
-
Erst hatte ich so das Gefühl, das Nichts breitet
sich immer aus. Eben so unmerklich frisst sich das alles weg. Und
plötzlich habe ich aber ganz zarte weiße Blüten
gesehen und gedacht, dieses Prinzip bringt auch Blüten!
Das macht eben etwas Zartes möglich. Das Gold selber
wäre prall und voll und knackig und hier... Also ich hatte eine
ganz zarte Stimmung zum Schluss, ganz eigenartig. (t5 c1)
-
Dann habe ich so die Idee, dass man zuerst im
Goldzustand ist, und dann kommt in der großen Arzneimittelreise
das Schwefel, wo man sich ja dann richtig lossagt von Gott. Hier ist
es aber so, dass Gott einen auf die Reise schickt! Das ist wie ein
Zwischenzustand zwischen Gold und Schwefel. Hier ist es so, dass
Gott (der man ja noch selber ist) einen auf die Reise schickt. Man
trennt sich selber ab oder wird abgetrennt (Das macht gar keinen
Unterschied). (t2 c1)
-
Es geht immer um den Bezug auf das eigene Gold.
Das ist in diesem Mittel wie eine Entfernungsmessung zum eigenen
Gold . Aber je weiter man entfernt war, desto besser ist es
eigentlich. (t6 c2)
-
Und der Goldkörper um mich herum (wie eine
Aura) war wohl zu meinem Schutz. Aber darum weiß ich nicht. ...
Und was dann kam, war ganz eigenartig! Ich hatte so das Gefühl,
das löst sich auf! Der war plötzlich nicht mehr mit dem
Band verbunden. Der Goldkörper löste sich so auf! (t4
c2)
-
‚Das Gold ist im Schoss‘ des
Körpers oder der Erde.
-
Dann habe ich plötzlich an versunkene Städte
gedacht, die auch so verschluckt worden sind. Und es geht da um einen
Reifungs-Prozess. Ich habe dann wirklich das Gefühl, ich habe
mein Gold nicht mehr im Herzen, sondern im Bauch! Es ist ganz
sonderbar. Ich habe mich dann wirklich noch gefragt. Ich habe dann
wie keinen Zugang mehr dazu! Es geht um eine Verborgenheit. (t2
c2)
-
Es geht hier um eine seelische Frühgeburt! (Also
im negativen Sinne.) In dem Sinn, als ob man in einem ganz
blöden Kreislauf drin ist – man reinkarniert immer zu
schnell.Man hat im Grunde keinen richtigen Jenseits-Aufenthalt
sondern kommt gar nicht richtig raus und kehrt sofort wieder
zurück. Und das geht immer schneller! Das Mittel in der
befreiten Form müsste einem da im Grunde wieder raus holen. Und
dahinter steht im Grunde , dass man etwas mitbringen will aus dem
Gold hierher in diese Welt. Aber alles, was man mitbringt aus der
anderen Welt, ist hier immer Droge! Und darum bringt der
Wunsch nach so einer Vollkommenheit eigentlich die Zerstörung
mit sich. Der Wunsch, nicht arbeiten zu wollen (also die Gnade des
Goldes wirken zu lassen) lässt diesen Kristallisations-Prozess
in diesem Zwischenzustand irgendwie abbrechen oder stoppen. Und
dieser Kristallisationsprozess wird jetzt eben hier nachgeholt
(und das ist hier auf der Erde erst einmal fatal). ... Also es ist
irgendwie ein Mittel, um uns das ins Bewusstsein zu bringen, dass man
nicht so sehr nach dem Gold streben sollte, sondern besser da, wo man
ist, seine Aufgabe macht! (t6 c3)
-
Das ist eine Trennungs-Hilfe. Das trennt einem
wieder das Gold und das Leben. Aber es ist ein ganz langsamer und
schwieriger Prozess! Ich hatte das Gefühl, es tut zwar gut, aber
ich bin auch noch ganz müde. Und zäh war das Ganze.
Mir kam dann einfach nur so am Schluss: Das Gold selber dient immer
nur der Lösung. Und wenn man nach dem Gold greift, ist man
lösungsorientiert. Aber das Mittel hier (also das Aurum
chloratum) das nimmt diese Lösungsorientierung wieder
zurück! Und es trennt einfach die Welten des Lebens und die der
Lösung. Also die Lösung ist es, gerade keine zu haben! Das
Gold ist erst nach dem Tod zu leben, nicht hier schon! Und hier (auf
der Erde) ist das Gold nur dafür da, dass wir manchmal Antworten
kriegen. Und darum gibt es keine Lösung in der C4. (t6
c4)
-
Und diese Menschen, die so waren wie Engel, weil die
Welt das benötigt hat, die müssen jetzt geheilt werden und
gehen darum diesen komischen Inkarnationszyklus oder sind in diesem
komischen Zustand, wo sie ihr eigenes Heiligsein wieder verlieren,
indem sie gar nicht mehr zum Gold zurück können. Die
werden jetzt durch dieses Mittel vom Gold getrennt , damit sie
endlich diese Heiligsein verlieren, damit sie wieder Menschen sein
können!Also es ist für mich das Gegenmittel für so
Myrrhe-Leute! Also Myrrhe- und Gold-Leute. (t2 c4)
-
Das müsste man allen Esoterikern geben!
Kollektiv! Also eigentlich dieser ganzen Gesellschaft! Alle wollen
ja immer nur in das Gold! Und plötzlich stellt man fest, das
Gold ist eigentlich eine Krankheit! ...Und jetzt nach diesen ganzen
Verreibungen, jetzt plötzlich nach diesen Platin-Verreibungen
merke ich: Das einzige was man tun kann, ist weg zu gehen von
dem Gold! Um überhaupt weiter zu kommen. Das ist die
Rettung! Das Gold ist total unpassend. Und dieses Mittel hilft uns
dabei. (t2 c4)
Blei
-
Das ist bleischwer, das Zeug! Ich habe auch
viel an Blei und an Wismut gedacht. (t6 c1)
-
Es kommt mir vor, wie ein endloser Schlaf! Ich bin
bleischwer! Aber nur unter diesem bleischweren Druck kann eben das
kristallisieren! Jeder ist dabei alleine für sich! (t6
c2)
-
Ich hatte das Gefühl, ich bin völlig
verprellt, zerboxt. Ich war wie ein Bleisack schwer. Ich
konnte mich kaum aufrecht halten. (t5 c1)
Bufo
-
Ich versteh das jetzt so: Dieses Goldchlorid ist ein
Zwischenzustand zwischen Jenseits und Diesseits. Wie eine Art dritter
Zustand. Wie vor oder nach einer Inkarnation. Und da
geht es um die Kristallisation des Eigenen! (Im Gegensatz wie bei
Bufo, wo es um die Kristallisation der Kultur geht oder des
Wissens.) Hier geht es nur um das Eigene. Und dazu ist halt diese
völlige Passivität (t6 c2) nötig!
-
Dann habe ich so ein Bild gehabt, dass eine
Kröte die Sonne gefressen hat. Also ich bin eine Kröte
und habe die Sonne gefressen mit der Zunge (/macht es schmatzend vor)
– und dann habe ich die im Bauch. Es dauert jetzt tausend
Jahre. Und irgendwann bin ich als Kröte selber wie ein Fossil,
also versteinert, bin zu Stein geworden – und dann haut jemand
die Sonne wieder heraus. ... Das hat mir so gesagt, dass die Sonne im
Bauch der Kröte nach wie vor eine Sonne ist! Nur dass wir
das halt nicht mehr mitkriegen, denn die Kröte ist ganz grau.
‚Das Gold ist im Schoss‘ des Körpers oder der Erde.
... Ich habe dann wirklich das Gefühl, ich habe mein Gold nicht
mehr im Herzen, sondern im Bauch! Es ist ganz sonderbar. Ich habe
mich dann wirklich noch gefragt. Ich habe dann wie keinen Zugang mehr
dazu! Es geht um eine Verborgenheit. (t2 c2)
-
Ganz zum Schluss hatte ich ein Bild, wie Menschen im
Keller leben sehen. Ich habe das nicht erwähnt, weil ich dachte,
komisch. ... Die waren ganz froh! Ich hatte das Gefühl, das war
für die ganz selbstverständlich und die leben wie die
Kröten in der Dunkelheit. Aber sind froh dabei. Die leben
wie ein völlig normales Leben! Die Frau hatte ein Kind auf dem
Arm. (t5 c2)
-
Und im Froschkönig fällt die Goldkugel in
den Brunnen, in die Erde. (t6 c2)
Cuprum sulfuricum
-
Dann habe ich das Gefühl gehabt (ich musste da
auch an immer an Kupfersulfat denken) dass es sowas ist wie ein
Komplementärmittel für Kupfersulfat-Leute, die
irgendwie in der Hölle schmoren müssen. Aber das war nur so
eine Idee. (t2 c1)
-
Träume von Kupferrohren in der Nacht nach
der Verreibung (t3)
Myrrhe
-
Und diese Menschen, die so waren wie Engel, weil die
Welt das benötigt hat, die müssen jetzt geheilt werden und
gehen darum diesen komischen Inkarnationszyklus oder sind in diesem
komischen Zustand, wo sie ihr eigenes Heiligsein wieder verlieren,
indem sie gar nicht mehr zum Gold zurück können. Die werden
jetzt durch dieses Mittel vom Gold getrennt, damit sie endlich diese
Heiligsein verlieren, damit sie wieder Menschen sein können!Also
es ist für mich das Gegenmittel für Myrrhe-Leute!
Also Myrrhe- und Gold-Leute. ... Es muss ja irgendwelche Seelen
geben, die so Myrre und Gold sind. Und in dem Mittel ist das aber ein
großes Problem für die Seelen, so heilig zu sein. Und
jetzt können sie das sozusagen abtragen! Eine Art ausgleichender
Opfergang. Ein Gegen-Prozess zum Engel-Dasein. Das Gegenüber von
Myrrhe. (t2 c4)
Opium
-
Ich bewerte alles, als sei es in Ordnung, bin in
Frieden mit jedem Kampfhund, jedem Skinhead, jeder Bombe. Das kommt
wohl auch daher, dass ich das Gefühl habe, diese Dinge
könnten mich gar nicht angreifen. Selbst wenn es mich
umbrächte, stirbe ja nur mein Körper, der mir jetzt eh nur
wie eine vergängliche Täuschung vorkommt. ... Mir kommt
dieser Zustand zu schön vor. Wie eine Droge, wie eine
vollständige Täuschung. Irgendwo muss ein fataler ganz
grundsätzlicher Fehler sein. Aber mein Denken ist wie blockiert
und ich bin ganz von diesem Eiapopeia eingenebelt. Mir ist, als
hätte ich Opium genommen . Das ganze Leben – eine
einzige Auszeit im Zustand dieses Mittels! (t3 c1)
-
Ich dämmere die ganze Zeit im Halbschlaf vor mich
hin, habe viele Traumbilder oder bildhafte Gedanken an alles
Mögliche, ohne dabei etwas bewusst zu bearbeiten – ein
tranceartiger Zustand, apathisch, gleichgültig. Keinerlei
Impuls, etwas zu tun. Außer vielleicht, sich verwöhnen zu
lassen: was Schönes essen, beschmust zu werden – also
völlig passiv. Der Stoff ist für mich das mineralische
Opium. Man hängt in einem Zustand wie zwischen Leben und
Tod. (t3 c3)
-
Ich fand das ziemlich traurig. Zwischendurch habe ich
gedacht, ich habe überhaupt keine Beziehung, überhaupt
keinen Kontakt zu dem Mittel. Und dann habe ich gemerkt: Das ist mein
tägliches in der Welt sein! (Also mir war das total vertraut.)
Ich habe mich total gesichtslos gefühlt. Und ich hatte das
Gefühl, dass ich, statt in der Welt zu sein, in einem totalen
Schock bin! Und das ist so ein Gefühl von ...
Gefangensein. Und in diesem Gefangensein auch gar nichts mitkriegen.
Was ich am wenigsten mitkriege ist die Zeit. Ich habe überhaupt
kein Zeitgefühl.
Was mich daran am traurigsten macht ist, dass ich niemanden begegnen
kann. Das fühlte sich so an, als wenn ich in dem falschen Raum
bin. Und ich irgendwie da drinnen bleibe, weil ich denke, die
Tür ist abgeschlossen. Und mich dann so an die ganzen Menschen
gewöhne, die da sind. Und dann merke ich plötzlich –
die Tür ist ja offen! Und ich kann jetzt eigentlich raus gehen.
Aber ich habe mich schon so an die Menschen gewöhnt. Und das
gibt so ein totales Dilemma in mir!
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T6
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Und dein tägliches Gefühl ist, dass du so
wie im Schockzustand bist?
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T1
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(/nachdenklich) Hm, irgendwie schon.
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T6
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Das merkt man dir auch an. (/nachdenklich) Wie so
Opium?
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T3
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Das Gefühl hatte ich vorhin ja auch schon, wie
eine Opium-Auszeit. (In der Opium-Verreibung hatte ich das
Bild, jemand stürzt von einem Felsen und würde eigentlich
unten aufschlagen – und dann kommt das Opium und hält
diesen Film plötzlich an. Er schwebt dann zwischen Himmel und
Erde, aus dem Gefühl und dem Erleben genommen. Aber irgendwann
muss der Film weiterlaufen, und der Schock muss gefühlt
werden.)
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T6
|
Wie eine Opium-Pathologie!
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T1
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Also ich kenne das auch, das ganz viel Leute zu mir
sagen "Schläfst du?" Aber ich schlafe doch gar nicht, ich bin
total da, ich kriege alles mit! Und genau so fühlt sich das
jetzt an.
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Platin-Metalle
-
Was ist meine Aufgabe hier drin? ‚Es geht
um den Aufbau einer kristallinen Struktur.‘ Das ist meine
Aufgabe. Es geht darum im Gegenüber vom Platin-Prozess.
... Ich habe das so verstanden: In den Platin-Metallen geht man in
die Archetypen rein, hat sie als Gewand und lebt sie. Und jetzt im
Goldchlorid wird alles wieder weg genommen. Und in dem Augenblick, wo
du nicht mehr handeln kannst und unfähig bist, irgendetwas zu
tun – da baust du diese kristalline Struktur auf. Und
das ist eigentlich die Aufgabe (hier)! Weil du damit
Edelsteine erzeugst, die spätere Generationen benutzen
können. (t6 c1)
-
Dann kam ‚Aurum muriaticum ist der
Schlüssel zu den Platin-Metallen.‘ (t4 c1)
-
Und jetzt nach diesen ganzen Verreibungen, jetzt
plötzlich nach diesen Platin-Verreibungen merke ich: Das
einzige was man ja tun kann, ist weg zu gehen von dem Gold! Um
überhaupt weiter zu kommen. Das ist die Rettung! Das Gold
ist total unpassend. Und dieses Mittel hilft uns dabei. (t2
c4)
Syphilitische Mittel
-
Es kommt mir vor, wie ein endloser Schlaf! Ich bin
bleischwer! Aber nur unter diesem bleischweren Druck kann eben das
kristallisieren! Jeder ist dabei alleine für sich!
Es ist ein Eigenverdauungs-Prozess! ... Dann kommt mir vor, man
macht sich dabei aber selber zum Gegenstand, also wirklich zum
Objekt der Verarbeitung! Und das sieht aus, wie
syphilitisch, weil man da ja alles zum Objekt macht. Also das ist
wie ein total syphilitisches Mittel. Ist es aber gar nicht! Es ist
also zu verwechseln mit syphilitschen Mitteln. Mir kommt es so vor,
diese Selbstverdauung ist hier nicht krank, die ist okay! Aber sie
bedeutet für uns, dass wir eben dumpf, schwer und müde
sind. Aber sie ist unabwendbar. ... Das sieht alles aus wie eine
Selbstzerstörung. Das ist aber gar keine, sie schafft
nämlich Ordnung. Aber dieser Zustand ist dem Leben völlig
feindlich! (t6 c1)
Technetium
-
Und dann war für mich ganz klar (nach dieser
Frage, weil es in mir gearbeitet hat): Es geht um die Transformation!
Und dann kam wieder Technetium und dass das eines dieser
Mittel zur Transformation sei. (t4 c2)
Wismut
-
Das ist bleischwer, das Zeug! Ich habe auch viel an
Blei und an Wismut gedacht. (t6 c1)
Kurzübersicht über Arzneimittel, die einen Bezug zum
Aurum muriaticum-Bild haben
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aurum
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Süße Sehnsucht nach dem Tod (nach Gott)
(Aur-mur: ist bereits in einem Zustand wie zwischen Leben und Tod,
ist gar nicht erst auf der Erde angekommen)
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naja
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ist (wie alle Schlangen) im Kopf zentriert und will
sich über Gurus, Bücher und Techniken künstlich eine
spirituelle Sinngebung machen, statt an der irdischen Wirklichkeit
im eigenen Tempo zu wachsen; der besessen suchende
second-Hand-Esoteriker (Aur-mur: eher eine Frage des Bauches statt
des Willens, er kann gar nicht anders)
|
|
nat-mur
|
Festhalten an der Bindung zu einer realen irdischen
Person, gestörter Atemrhythmus von Bindung und Loslassen in
dieser konkreten Beziehung (aur-mur: Festhalten an der Bindung zur
göttlichen, unipolaren Liebe; unfähig ins wertende polare
Fühlen zu gehen)
|
|
opium
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ähnliches Symptombild wie aur-mur als Reaktion
auf ein Schockerlebnis, emotionale Lähmung (aurum-mur: ist
dabei in einem Zustand der Harmonie mit allem)
|
Olaf Posdzech
Juni bis September 2001
Quellenangaben
|
[1]
|
Olaf Posdzech; Aurum muriaticum, wörtliches Protokoll einer
Verreibung, Berlin; 2001
|
|
[2]
|
Paul Joseph Rovelli; The Alchemical Half of the Jews and the Rose
Cross of Thelema; Internet-Veröffentlichung; mit Verweisen auf
[2b]
|
|
[2b]
|
Stuart Nettleton; The Alchemical Key
|
|
[3]
|
Deborah Seymour Taylor; Edgar Cayce on Health Research (Questions
and Answers); 1998; Internet-Veröffentlichung bzw. Explore
Volume 8, Number 4
|
|
[4]
|
Aleister Crowley; Magick in Theorie und Praxis; Internet
|
|
[5]
|
David Hudson; (remarks on monoatomic gold) reprint in Nexus
magazine Aug./Sept. 1996 and Oct./Nov. 1996;
|
|
[6]
|
Alchemy part 1; The Philosopher's Stone/Elixir of Life; transcript
of a lecture about the researches of David Hudson; Internet
|
|
[7]
|
William A. Tiller; Energy Fields and the Human Body. Part II;
Internet
|
|
[8]
|
Die Steigbildmethode, Ein Indikator für Lebensprozesse in der
Pflanze; Magda Engquist; 1977; ISBN 3-465-01228-3; Vittorio
Klostermann, Frankfurt/M.44 Seiten, 32 Abbildungen, kartoniert, DM
29,50
weitere Quellenangaben zur Steigbildmethode z.B. in Norbert Moch;
Die alternative naturwissenschaftliche Literaturliste; u.a. im
Internet
|
|
[9]
|
David Hudson’s Patent, Part I + II; Internet
|
|
[10]
|
Material Safety Data Sheet, Gold Chloride, Trihydrate, Crystal;
Mallinckrodt Baker, Inc.; MSDS Number: G7874; Date: 10/31/00;
Tetrachloroauric Acid 98 – 100 %; Internet
|
|
[11]
|
Material Safety Data Sheet, Aldrich Chemical Co., Inc.; Valid
08/1999 – 10/1999; Catalog #: 298174; Internet
|
|
[12]
|
Material Safety Data Sheet, Gold (III) Chloride, Hampton Research;
Internet
|
|
[13]
|
Gmelin Handbook of Inorganic and Organometallic Chemistry; 8th
edition; Element A-u Au. Gold (System-Nr. 62); 366 pages 35 illus.,
ISBN: 0-387-93655-6; 1992; $ 1450.00
|